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IT-Auftragsboom durch US-Sicherheitsministerium?

25.11.2002 | 16:59 Uhr |

Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 und zur Abwehr künftiger Terrorattacken hat George W. Bush ein neues Superministerium für Heimatsicherheit ins Leben gerufen. Ob das künftige Herzstück der US-Terrorabwehr Anschläge tatsächlich vermeiden kann, bleibt abzuwarten. Eines aber scheint jetzt schon sicher: Das neue Sicherheits-Ministerium könnte für die anschlagene IT-Industrie, auch für die deutsche, zur Goldgrube werden. Aufträge in Milliardenhöhe locken.

Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 und zur Abwehr künftiger Terrorattacken hat George W. Bush ein neues Superministerium für Heimatsicherheit (Homeland Security) ins Leben gerufen. Ob das künftige Herzstück der US-Terrorabwehr Anschläge tatsächlich vermeiden kann, bleibt abzuwarten. Eines aber scheint jetzt schon sicher: Das neue Sicherheits-Ministerium könnte für die anschlagene IT-Industrie, auch für die deutsche, zur Goldgrube werden. Aufträge in Milliardenhöhe locken, wie die Financial Times Deutschland online berichtet.

Wenn man der Beraterfirma Input glauben darf, wird das neue Ministerium allein 2003 rund 2,1 Milliarden US-Dollar in Informationstechnologie investieren. Das sorgte für glänzende Augen bei den Börsianern: Die Aktien eines potenziellen Lieferanten, des US-Computerherstelles Silicon Graphics, stiegen am Freitag beispielsweise um bis zu 32 Prozent.

Der große IT-Bedarf begründet sich unter anderem dadurch, dass 22 bislang unabhängige Behörden, die jetzt in dem neuen "Big Brother"-Koloss aufgehen, miteinander verknüpft werden müssen. Fast 170.000 Beamte werden in dem neuen Ministerium arbeiten. Außerdem sind mit der Behörde neue Großprojekte verbunden, wie zum Beispiel ein "Entry Exit System" (EES), mit dem die Einwanderungsbehörde in Zukunft alle Ein- und Ausreisen aus den USA protokollieren möchte. Und eine neue Art von Rasterfahndungsmaschine namens "Total Information Awareness" soll Daten aller Art sammeln. Auch dafür wird neue Hard- und Software benötigt.

Die Lobbyisten der großen Soft- und Hardware-Hersteller rangeln schon um die besten Positionen. Microsoft setzt auf einen angworbenen Ex-Commander der Küstenwache, der die Bewerbungen für die Regierungsaufträge überwachen soll.

Auch die deutschen Technik-Riesen schlafen nicht: Siemens will "ein cleverer Teilnehmer am politischen Geschehen" werden. Und SAP rechnet mit einem überdurchschnittlichem Wachstum. Dabei geht es nicht nur um den Verkauf der Software, sondern auch um die daran anschließenden Beraterverträge. SAP befindet sich in einer guten Ausgangsposition: Tom Ridge, bisher der Beauftragter des US-Präsidenten für den Bereich Homeland Security, soll voraussichtlich der Chef des neuen Ministeriums werden. Und Ridge ist ein alter SAP-Kunde: Als Gouverneur des Bundesstaats Pennsylvania hatte Ridge seine gesamte Verwaltung mit 93.000 Beamten auf SAP-Software umgestellt. Zudem arbeitet der deutsche Software-Riese schon länger mit der US-Marine, der Armee, der Raumfahrtbehörde NASA und dem US-Zoll zusammen.

US-Gericht erlaubt massive Überwachung von Internet- und Telefonnutzung (PC-WELT Online, 20.11.2002)

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