2106180

ISS: Astronauten ernten zum ersten Mal Weltraum-Salat

11.08.2015 | 10:10 Uhr |

Auf der ISS gibt es heute frisches Gemüse. Das die Astronauten zum ersten Mal komplett im Weltall herangezogen und geerntet haben. Update: Nasa-Video zeigt die Astronauten beim Verzehr ihres Römer-Salates.

Die Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS essen heute frischen römischen Salat beziehungsweise Lattich. Den sie auf der ISS selbst gezüchtet haben. Eine Premiere.
 
Denn zum ersten Mal essen Astronauten ein Gemüse, das nicht von der Erde zur ISS hochtransportiert worden ist, sondern im Weltall auf der Raumstation gezüchtet wurde, wie die Nasa berichtet.
 
Zwar gab es seit dem Jahr 2002 eine Art Gewächshaus auf der ISS. Doch dieses diente ausschließlich zu Forschungszwecken. Die Astronauten ernährten sich nicht mit dem Gemüse aus diesem Labor.
 
Das ist dieses Mal anders. Der Astronaut Scott Kelly hatte den Salat am 8. Juli angesät. Der Salat wurde danach immer bewässert und gedüngt. Nach 33 Tagen ist nun Erntezeit.

 
Der Salat wächst aber nicht in einem mit Erde gefülltem Beet. Sondern in einem speziellen Anzuchtsystem namens Veggie. Dieses klappbare System enthält vorbereitete Saatkissen. Rote, blaue und grüne LEDs sorgen für das für das Wachstum nötige Licht. Wobei vor allem die roten und blauen LEDs die für das Wachstum wichtigsten Wellenlängen liefern.

Bereits 2014 ernteten die Astronauten mit diesem System Gemüse. Dieses wurde damals aber nicht verzehrt, sondern zur Erde geschafft, um es dort analysieren zu können. Die Nasa wollte absolut sicher sein, dass das auf der ISS gezüchtete Gemüse auch wirklich für den Verzehr geeignet ist.

Die Astronauten müssen das Gemüse aber erst desinfizieren, bevor sie es essen dürfen. Danach steht dem Genuss von frischem Gemüse nichts mehr im Weg. Die Hälfte der Ernte wird aber eingefroren und wieder zur weiteren Analyse zur Erde gebracht.

Forschungen für lange Weltraum-Reisen

Die Experimente mit frischem selbst gezogenen Gemüse haben einen speziellen Zweck: Solches Gemüse könnte die Astronauten auf Langstrecken-Flügen durchs All mit Vitaminen und Ballaststoffen versorgen. Denn abgepacktes Obst und Gemüse lässt sich nur zwei bis höchstens drei Jahre transportieren. Mit den Weltraum-Beeten dagegen kann auch während langer mehrjähriger Aufenthalte im Weltall – beispielsweise bei einer Reise zum Mars – vitaminreiche Kost für die Astronauten erzeugt werden. Außerdem sind die Aufzuchtstation auch für die Psyche der Astronauten wichtig: Denn es stärkt die Seele, wenn man sich während einer langen Reise um etwas kümmern und es aufziehen muss und obendrein ein kleines Stück Erde mit dabei hat. Das sagen zumindest die Psychologen.

 

0 Kommentare zu diesem Artikel
2106180