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Jeder fünfte Nutzer will Mitmach-Fernsehen

07.08.2008 | 13:24 Uhr |

Mit 52,6 Prozent haben mehr als die Hälfte der deutschen Internetnutzer ein hohes oder sehr hohes Interesse an zeitversetztem Fernsehen, wie es über das Internet beim sogenannten IPTV möglich ist.

Zu diesem Ergebnis kommt der Branchenverband BITKOM auf Basis einer repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts GfK Panel Services. Neben dem Umstand, dass der Zuseher selbst entscheiden kann, wann er welche Sendungen anschaut oder ob er die laufende Übertragung für eine kurze Pause unterbricht, wird von den Usern vor allem die hohe Interaktivität von IPTV-Angeboten geschätzt. Laut Untersuchung will jeder Fünfte (20,5 Prozent) diese Möglichkeiten nutzen und wünscht sich das Mitmach-Fernsehen. Auch die im Rahmen von IPTV einsetzbaren Messenger-Dienste, wodurch sich Zuseher beispielsweise mit Bekannten über ein laufendes Fußballspiel austauschen können, werden zunehmend gefragter.

"IPTV ist dem traditionellen Fernsehen in vielen Bereichen überlegen. Aus reinen Zuschauern werden Akteure, die sich ihr Programm selbst gestalten und durch die zahlreichen Angebote des Webs ergänzen können", erklärt BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. Fernsehen über das Internet sei einer der großen aktuellen Medientrends. "IPTV ist ein Markt der Zukunft", ergänzt Christian Hallerberg, BITKOM-Sprecher im Bereich Public Sector und Neue Märkte, im Gespräch mit pressetext. Rund 240.000 deutsche IPTV-Abonnenten gab es Ende März bereits. "Die Tendenz in diesem Bereich ist stark steigend. Im Dezember 2007 waren es lediglich 180.000 IPTV-Kunden. Das ist ein Plus von 33 Prozent", stellt Hallerberg fest. Dass die deutlichen Zuwächse in diesem Bereich auch ohne breitflächige Werbekampagnen zustande gekommen sind, zeuge von dem großen Potenzial in diesem Sektor. "Einer kürzlich durchgeführten Umfrage zufolge könnten sich rund 40 Prozent der deutschen Nutzer vorstellen, künftig über das Internet fernzusehen", betont Hallerberg.

Für die weitere Entwicklung des IPTV-Marktes in Deutschland seien dabei in erster Linie Faktoren wie anfallende Kosten, Zugriffsmöglichkeiten und das entsprechende Inhaltsangebot entscheidend. "IPTV steht und fällt mit der Möglichkeit per Breitbandanbindung ins Internet einsteigen zu können", erläutert Hallerberg. Die verschiedenen deutschen Anbieter hätten in dieser Hinsicht zwar schon viel investiert, ein ausreichendes Maß an flächendeckenden Breitbandzugängen sei aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gegeben. "Deutschland befindet sich in punkto IPTV derzeit am Ende seiner Pionierphase", so Hallerberg.

Bereits im März hatte eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Informa Telecoms & Media das rasante Wachstum am IPTV-Markt bestätigt. Demnach hat sich die Anzahl der Internet-TV-Abonnenten im vergangenen Jahr verdoppelt. Rund 12,3 Mio. Menschen auf der ganzen Welt nutzen mittlerweile derartige Angebote. Der größte Markt für IPTV ist dabei jener in Westeuropa, der rund 57 Prozent der weltweiten Abonnenten beheimatet. (pte)

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