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IG Metall gibt Infineon-Werk in Perlach nicht auf

Mit dem Mut der Verzweiflung kämpft die IG Metall um das Infineon-Werk in Perlach. Doch konkrete Rettungsanker sind nicht in Sicht.

Trotz gescheiterter Verhandlungen mit dem Chiphersteller X-Fab über eine Übernahme des Infineon-Werks in München-Perlach will sich die IG Metall nicht mit der drohenden Schließung der Produktionsstätte abfinden. Es bleibe Ziel der Gewerkschaft, die Entwicklung und die Produktion in Perlach zu erhalten, sagte der bayerische IG Metall-Vorsitzende Werner Neugebauer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). "Natürlich gibt es noch eine Chance", sagte er.

Ob dann auch alle 800 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz behalten könnten, ist für Neugebauer allerdings fraglich. "Wir können uns Altersteilzeitregelungen und Qualifizierungen als Warteschleife vorstellen", sagte er. Ein an der Universität Göttingen im Gewerkschaftsauftrag erstelltes Gutachten zeige, dass mit entsprechenden Investitionen die Produktivität und damit die Konkurrenzfähigkeit des Standorts verbessert werden könne, sagte Neugebauer.

In den am 27. September beginnenden Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Bayern und dem Halbleiterkonzern über einen Tarifvertrag, erwartet der IG-Metaller wichtige Informationen vom Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Ziebart. "Herr Ziebart soll endlich klipp und klar sagen, woran es liegt, dass Perlach aus seiner Sicht nicht konkurrenzfähig ist", sagte Neugebauer.

Auf die Frage, ob die Beschäftigten in Perlach für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu Lohnkürzungen und längeren Arbeitszeiten bereit wären, antwortete Neugebauer: "Es gibt viele Stellschrauben, zum Beispiel die Fixkosten oder die Entwicklungskosten. Natürlich muss man sich auch die Personalkosten anschauen." Die IG Metall habe in anderen Betrieben schon bewiesen, dass mit flexiblen Arbeitszeiten die Personalkosten um 4 bis 5 Prozent gesenkt werden könnten.

Infineon-Werk in Perlach vor dem Aus?

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