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IFPI wertet Klagen gegen P2P-Nutzer als Erfolg

07.10.2004 | 12:28 Uhr |

Im März begann auch die deutsche Musikindustrie über ihren Dachverband IFPI einzelne Nutzer von Internet-Tauschbörsen zu verklagen. Jetzt zieht der Verband Bilanz und zeigt sich positiv ob der Ergebnisse.

Die deutsche Landesgruppe der IFPI wertet ihre harte Gangart, gegen Nutzer von P2P-Börsen gerichtlich vorzugehen, durchweg als Erfolg. Ihrer Ansicht nach haben die Klagen eine abschreckende Wirkung auf illegale Musikanbieter gehabt.

"Die Zahl der Nutzer und der getauschten Musikdateien hat spürbar abgenommen, vor allem bei Kazaa. Wir haben in den letzten Wochen deshalb weitere 100 Anzeigen gegen illegale Musikanbieter in mehreren 'Tauschbörsen’ gestellt", so Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände.

Die ersten 68 Klagen gegen deutsche Anwender wurden im März dieses Jahres eingereicht. Laut Verband wurden bislang zwei Urteile und ein Strafbefehl verhängt sowie 16 zivilrechtliche Vergleiche geschlossen. Die verklagten Personen mussten dabei laut IFPI zwischen 2000 und 10.000 Euro zahlen. Der Schadenersatz berechnete sich dabei "abhängig von der Zahl der illegalen Angebote, den konkreten Tatumständen und der individuellen Situation der Rechtsverletzer", so der Verband.

Beispielhaft präsentiert der Verband auf seiner Website insgesamt sechs Personen und gibt an, wie viel getauscht wurde und was der Spaß letztlich gekostet hat:

* 23-jähriger Auszubildender, 6000 Titel - 8000 Euro Schadenersatz + 80 Tagessätze
* 16-jährige Schülerin, 500 Titel - 2000 Euro Schadenersatz
* Schreiner, 1200 Titel - 1000 Euro Geldbuße + 7500 Euro Schadenersatz
* 21-jähriger Student, 575 Titel - 4000 Euro Schadenersatz, Strafverfahren läuft noch

"Wir bedrohen keine Existenzen, aber es soll schon unangenehm sein, für illegale Musikangebote verantwortlich zu sein", erklärt Gerd Gebhardt hinsichtlich der Strafen.

Ab heute wird auch in Frankreich, Großbritannien und Österreich mit Klagen nach deutschem Vorbild gegen dortige Tauschbörsennutzer vorgegangen. Neben Kazaa stehen auch "eMule, eDonkey, Bittorrent, Bearshare, WinMX und anderen 'Tauschbörsen’" auf dem Radar der Verbände.

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