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IFPI macht Ernst: 3500 Edonkey-Nutzer angezeigt

23.05.2006 | 13:40 Uhr |

130 Hausdurchsuchungen, beschlagnahmte Rechner und 3500 Anzeigen. Dies ist die Bilanz des laut Staatsanwaltschaft Köln bislang "größten Schlags gegen die Musikpiraterie in Deutschland".

Der heutige Morgen dürfte für einige Tauschbörsen-Fans in Deutschland recht ungemütlich gewesen sein. Denn in einer gemeinsamen Aktion der Staatsanwaltschaft Köln und der Kreispolizeibehörde Rhein-Erft-Kreis wurden heute bundesweit 130 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Die Aktion richtete sich laut IFPI gegen Anwender, die bis zu 8000 Dateien zum Tausch per Internet angeboten haben. Durch den Einsatz einer speziellen Software hat die IFPI eigenen Angaben zufolge innerhalb von zwei Monaten über 800.000 Datensätze und mehr als 14 GB Log-Dateien sichern können, die zur Identifizierung von mehr als 3500 Nutzern von Edonkey geführt haben.

Laut IFPI wurden gegen alle Beschuldigten bereits Strafanträge gestellt. Den Betroffenen drohen nun neben strafrechtlichen Konsequenzen auch zivilrechtliche Schadenersatzforderungen seitens der Musikindustrie.

Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, zu der Aktion: "Die IFPI bedankt sich im Namen der Musikindustrie für die hervorragende Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden und gratuliert allen Beteiligten zu dem großen Ermittlungserfolg. Dieser unterstreicht einmal mehr, dass Urheberrechtsverletzungen ernstzunehmende Delikte sind. Die wichtige Botschaft an alle Internetnutzer ist, dass niemand damit rechnen kann, unentdeckt zu bleiben, wenn er Straftaten im Internet begeht."

Seit Anfang 2004 geht die IFPI in Deutschland auch gerichtlich gegen Tauschbörsennutzer vor, die urheberrechtlich geschützte Titel angeboten haben. 4000 Verfahren werden seitdem geführt, 1000 davon sind laut Verband abgeschlossen. Die 3500 neuen Fälle sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten.

Auch zu den drohenden Schadenersatzsummen gibt es bereits Anhaltspunkte. Sollten die neuen Verfahren von den Gerichten ähnlich bewertet werden, wie die bereits abgeschlossenen, drohen Summen von bis zu 15.000 Euro. Im Durchschnitt mussten die bislang verklagten Personen laut IFPI 3000 Euro Schadenersatz zahlen.

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