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IFPI: Geschäft mit digitaler Musik brummt

06.07.2007 | 15:36 Uhr |

Der Umsatz mit digitaler Musik konnte sich im vergangenen Jahr fast verdoppeln. Für die Musikindustrie ist dies aber kein Grund zur Freude, denn im selben Zeitraum brachen die Verkäufe von Musik-CDs weitaus stärker ein, als angenommen.

Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) hat ihren jährlichen Statusreport zur Lage der Musikindustrie veröffentlicht. Dem ist zu entnehmen, dass der Bereich digitale Musik im Jahr 2006 deutlich zulegen konnte. Lagen die weltweiten Umsätze, die mit dem Verkauf digitaler Musik generiert wurden, im Jahr 2005 bei 1,13 Milliarden Dollar, wurden im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Dollar umgesetzt. Dies entspricht einem Anstieg um rund 85 Prozent. Damit macht digitale Musik derzeit 11 Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes des Musikmarkts aus. Im Jahr 2004 lag der Anteil noch bei 2 Prozent.

Der Report geht davon aus, dass Apple iTunes 70 Prozent Marktanteil am sogenannten "download to own"-Markt hat. Damit kontrolliert der Konzern das einzige Segment der Musikbranche, das derzeit wächst. Vor diesem Hintergrund ist auch die Vertragsänderung seitens Universal Music mit iTunes zu sehen, demnach der Apple-Shop künftig nicht mehr jeden Universal-Titel bei iTunes anbieten darf . Der Konzern will offenbar stärker von einem boomenden Markt profitieren und seine Songs teurer verkaufen, als es bei iTunes möglich ist.

Denn um das Geschäft mit Musik-CDs ist es erneut schlecht bestellt. Laut IFPI-Vorstand John Kennedy habe man gehofft, dass der Zuwachs bei der digitalen Musik den Rückgang im Bereich der CD-Verkäufe ausgleichen könne, dies sei jedoch nicht eingetroffen. "Während die digitalen Verkäufe wie erwartet angestiegen sind, sind die physischen Verkäufe stärker als erwartet eingebrochen", so Kennedy.

Insgesamt setzte die Musikindustrie im Jahr 2006 weltweit 19,6 Milliarden Dollar um, im Jahr zuvor waren es noch 20,7 Milliarden Dollar. Es ist das siebte Jahr in Folge, in dem die Industrie einen Umsatzrückgang melden muss. Daran wird sich aus Sicht Kennedys auch in diesem Jahr nichts ändern, für den Bereich digitale Musik rechnet er allerdings mit einem weiteren Anstieg um 50 Prozent.

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