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IFA versetzt Industrie in Hochstimmung

Die Internationale Funkausstellung (IFA) versetzt die Branche in absolute Hochstimmung.

Die Internationale Funkausstellung (IFA) versetzt die Branche in absolute Hochstimmung. Die Unternehmen verzeichneten auch am dritten Messetag volle Auftragsbücher. "Die Resonanz sowohl beim Publikum als auch vom Fachhandel ist exzellent", sagte Panasonic-Sprecher Peter Weber am Sonntag in Berlin.

Schwerpunktthema der Messe ist das hochauflösende Fernsehen. Einen großen Vorteil des neuen Standards HDTV sieht die Industrie auch darin, dass er sich mit seinem brillanten Bild von selbst erklärt. Eine Vielzahl von neuen flachen LCD- und Plasma-TV-Geräten füllen die 26 Hallen unter dem Funkturm.

Philips-Deutschlandchef Hans-Joachim Kamp sagt: "Auf der IFA ist eine Euphorie für flache Bildschirme und Breitbildfernsehen entbrannt. Die Prognosen, die wir alle zur Marktentwicklung gehabt haben, werden wahrscheinlich nach oben korrigiert werden müssen." Er habe in 16 Jahren Funkausstellung selten eine so positive Grundstimmung erlebt. Der Fachhandel kommt auf die Messe und bestelle. "Zum Teil wird sogar mehr geordert als erwartet", sagte Kamp, der auch Vorsitzender des Fachverbandes Consumer Electronics im ZVEI ist.

Auch beim Elektronik-Konzern Sharp herrscht "euphorische Stimmung". "Die Verkäufe sind wesentlich besser als in den vergangenen Jahren", berichtete Sprecher Martin Beckmann. Dank der Nachfrage nach Fernsehern mit der von Sharp für den herkömmlichen TV- Standard optimierten Technik PALoptimal sei sogar der gesamte Markt für LCD-Bildschirme in Deutschland gewachsen. Der Kronacher TV- Hersteller Loewe äußerte sich ebenfalls sehr zufrieden über den bisherigen Umsatz und über die Zahl der Fachbesucher. Sie kommen aus dem In- und Ausland. "Es gibt vor allem eine gute Nachfrage für die neue Produktlinie Individual", sagte Loewe-Sprecher Roland Reithel.

Der Besucherandrang zur IFA sei "außerordentlich erfreulich", sagte Messesprecher Michael Hofer. Viele Aussteller lockten mit Gewinnspielen zusätzliche Zuschauer an. An vielen Ständen machte sich vor den vielen Flachbildschirmen eine Art Wohnzimmeratmosphäre breit. Auf der weltgrößten Branchenschau zeigen 1200 Aussteller aus 40 Ländern bis 7. September unzählige Neuheiten und Weiterentwicklungen.

Neben HDTV sind vernetzte Unterhaltung und Fernsehen auf dem Handy weitere Schwerpunkte der Messe. Als eine der Neuheiten wurde die erste wiederbeschreibbare DVD mit 16facher Aufzeichnungsgeschwindigkeit vorgestellt. "Super Multi"-Laufwerke, die 16x DVD-RAM und alle anderen bisherigen Formate unterstützen, sollen Ende des Jahres in den Handel kommen, teilte das Branchengremium Recordable DVD Council mit.

Der beim weltgrößten Chiphersteller Intel für das "digitale Zuhause" zuständige Manager Don MacDonald meinte, durch die Digitalisierung von Inhalten und Geräten sei eine völlig neue Flexibilität entstanden. Die Industrie starte in eine neue Ära, die nicht mit der Einführung des Farbfernsehens vergleichbar ist. "Das Farbfernsehen war nur eine neue Technologie." Durch die Digitalisierung können dagegen alle Geräte miteinander kommunizieren. Philips-Manager Rudy Provoost betonte, die neuen Technologien erforderten von Unternehmen vermehrt neue Partnerschaften. Die Zeiten des "Do it yourself" seien vorbei.

Panasonic-Europachef Joachim Reinhart kritisierte ARD und ZDF scharf für ihre Zurückhaltung beim hochauflösenden Fernsehen HDTV. "Es ist eine Schande, dass die Fußball-WM in Deutschland nur im Bezahlfernsehen in hoher Auflösung zu sehen sein wird", sagte Reinhart der dpa. Die Industrie könnte jederzeit in erforderlicher Stückzahl die notwendige Produktionstechnik für High-Definition-Fernsehen liefern.

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