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IFA: Intel auf dem Weg ins Wohnzimmer

05.09.2005 | 09:17 Uhr |

Mit einem großen Messestand präsentiert sich Intel bei der IFA. Damit unterstreicht der Prozessorgigant, dass man über Konvergenz und wohnzimmertaugliche PCs nicht länger nur reden, sondern damit auch kräftig Geld verdienen will.

Mit einem großen Messestand präsentiert sich Intel bei der IFA. Damit unterstreicht der Prozessorgigant, dass man über Konvergenz und wohnzimmertaugliche PCs nicht länger nur reden, sondern damit auch kräftig Geld verdienen will. Don McDonald, Leiter der Digital Home Group bei Intel, wies darauf hin, dass zum Beispiel Fernseher aufgrund der Nachfrage nach LCD- und Plasma-TVs zum ersten Mal seit Einführung des Farbfernsehens im Durchschnitt teurer geworden seien. Das digitale Heim ist also eine ertragreiche Perspektive - gerade für PC-Hersteller, die bei ständig sinkenden PC- und Notebook-Preisen immer weniger verdienen.

Ein großer Schritt in die Wohnzimmer der Welt will Intel mit "Viiv" machen, der PC-Plattform für das digtiale Heim. "Viiv", das Intel vor kurzem auf dem Intel Developer Forum ankündigte, soll ähnlich wie die Centrino-Plattform bei Notebooks mit einem Logo PCs kennzeichnen, die Intel-Komponenten wie Prozessor (Pentium D), Chipsatz (945X, 955X) und Netzwerk-Modul - bei "Viiv" zunächst nur LAN - einsetzen. Darüber hinaus müssen Viiv-PCs auch die sogenannte Instant-On/Off-Funktion unterstützen: Der PC soll damit wie vom Fernseher gewohnt sofort nach dem Einschalten einsatzbereit sein. Im Off-Modus ist der PC aber nicht vollkommen abgeschaltet, sondern befindet sich in einem Ruhezustand - wie hoch der Stromverbrauch in diesem Modus ist, wollte Intel nicht verraten.

Darüber hinaus sollen Viiv-Geräte problemlos miteinander vernetzt werden können: Der Nutzer gibt nur die Art des Netzwerkes vor - zum Beispiel WLAN - und eine vierstellige PIN ein. Die weitere Konfiguration erledigen die Geräte selbstständig, etwa das Einstellen von WLAN-Verschlüsselung und -SSID. Kompatible Geräte soll der Anwender durch die Aussage "Viiv verified" erkennen können. Als Betriebssystem werden Viiv-PCs die Windows Media Center Edition nutzen. Ähnlich wie Centrino hat der Markenname Viiv keine tiefere Bedeutung und ist auch keine Abkürzung - laut Intel sollen in Viiv aber die Begriffe "vivid" (lebhaft) und "vibrancy" (Lebendigkeit) mitschwingen.

Außerdem müssen Viiv-PCs das Kopierschutzverfahren DTCP-IP unterstützen: Somit soll sichergestellt sein, dass der Anwender zum Beispiel einen Film, den er sich über einen Video-on-demand-Anbieter auf seinen Wohnzimmer-PC herunterlädt, auch zu einem Viiv-Gerät im Schlafzimmer übertragen kann, ohne dafür erneut bezahlen zu müssen.

Hersteller, die im 1.Quartal 2006 Viiv-PCs anbieten werden, wollte Intel noch nicht nennen, allerdings wird sich kein großer PC-Anbieter der Viiv-Plattform verschließen können.

Viiv-Produkte gibt es auf der IFA noch nicht zu sehen. Dafür zeigte Intel einen Mini-PC und ein Notebook mit dem Dual-Core-Mobilprozessor Yonah. Außerdem präsentiert Philips mit dem MCP9350i einen wohnzimmertauglichen Media-Center-PCs auf Intel-Basis, der für 1500 Euro in den nächsten Wochen auf den Markt kommen soll.

Auf dem Intel-Stand war auch die Pentium-basierte Medionbox zu sehen, über die Anwender Videos und Filme von Medions neuem Online-Service herunterladen können. ( wir berichteten )

Medion startet Download-Plattform für Filme und Musik (PC-WELT Online, 02.08.2005)

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