61786

IFA: HDTV bringt tief greifenden Wechsel in der Branche

HDTV wird nach Ansicht von Philips-Manager Rudy Provoost die traditionellen Branchen fundamental verändern.

Der neue hochauflösende Fernsehstandard HDTV wird nach Ansicht von Philips-Manager Rudy Provoost die traditionellen Branchen fundamental verändern. "In der gleichen Weise wie HDTV das Fernsehgeschäft neu definieren wird, werden auch wir bei Philips uns selbst neu erfinden", sagte Provoost am Samstag auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Bereits seit der vergangenen Funkausstellung 2003 seien die Branchen einem turbulenten Wandel unterworfen. Die neuen Technologien erforderten von den Unternehmen vermehrt neue Partnerschaften, die Zeiten des "Do it yourself" seien vorbei.

Um die Wünsche der Konsumenten in der vernetzten Welt zu befriedigen, reiche es längst nicht mehr aus, einfach nur Geräte wie Fernseher herzustellen. Die Unterhaltungselektronik-Branche müsse vielmehr neue, kombinierte Wertangebote liefern und für sich damit auch neue Umsatzquellen erschließen. Für einfach zu bedienende Komplettangebote seien zunehmend Partnerschaften etwa mit Inhalte- Anbietern und Service-Providern erforderlich. "Unser Job ist es nicht länger, Fernseher oder Settop-Boxen als Stand-alone-Produkte herzustellen." Es gehe darum, ein digitales Ökosystem zu entwickeln. Dafür seien Allianzen der Gerätehersteller mit TV-Sendern, Operatoren, Distributoren und Inhalte-Anbietern in der Welt der Kabel, Satelliten und Breitband-Kommunikation erforderlich.

HDTV werde voraussichtlich bereits zur Fußballweltmeisterschaft 2006 eine "kritische Masse" erreichen, zeigte sich Provoost überzeugt. Für einen schnellen Wechsel vom analogen zum digitalen hochauflösenden Standard sei aber neben vielfältigen Senderangeboten auch zum Beispiel die Klärung von Urheberrechtsfragen in Europa nötig. Die Industrie hoffe, dass eine neue Richtlinie zu einem EU-weiten Rechtemanagement zügig vorangetrieben werde. Derzeit gebe es in Europa einen wahren Flickenteppich aus mehr als 25 Copyright- Richtlinien, über die in sehr unterschiedlicher Weise über Urheberabgaben das Recht des Verbrauchers auf eine Privatkopie gewährleistet wird. "Die Zergliederung ist enorm", sagte Provoost. "Die Konsequenz davon ist Marktverzerrung, höhere Preise und die langsamere Einführung neuer, faszinierender Technologien."

0 Kommentare zu diesem Artikel
61786