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Intels Zukunftspläne

18.09.2007 | 01:29 Uhr |

Einen Tag vor Beginn des Intel Developer Forums (IDF) gewährt der Prozessorhersteller traditionell einen Blick in die Glaskugel. Ingenieure aus der Corporate Technology Group, der Entwicklungs- und Forschungsabteilung von Intel, berichten über die wichtigsten Projekte, die auf der Agenda des weltgrößten Prozessorherstellers stehen.

Am Dienstagmorgen um 8:30 Uhr Ortszeit startet in San Francisco die Hausmesse des weltgrößten Prozessorherstellers - das Intel Developer Forum. Am Vortag standen zunächst die wichtigsten Trends, die laut Intel die Computerindustrie in den kommenden Jahren beschäftigen werden, im Mittelpunkt : Multikern-Prozessoren und passende Software, Bandbreite im Terabyte-Bereich mittels Lichtleiter und – auch bei Intel – das interaktive Web 2.0.

Dafür hat Intel mit dem Tool Mash Maker eine Browser-Toolbar entwickelt. Sie erlaubt, Informationen aus verschiedenen Webseiten auf einer Seite zusammenzuführen (Mash-Up): So können Sie auf einer Webseite Hotels aussuchen und deren Standort per Mashup in Google Maps anzeigen lassen. Oder eine Mashup-Seite zeigt Flugdaten in einer übersichtlichen Datentabelle statt im Original-Layout – diese Beispiele zeigt Intel in einem Video . Der Mashmaker soll zunächst in einer Version für Firefox verfügbar sein.

Auch auf dem diesjährigen IDF wird es vor allem um Mehrkernprozessoren gehen. Deshalb will Intel will natürlich auch mehr Software auf dem Markt sehen, die von Multikern-Prozessoren profitiert. Der Prozessorhersteller geht dabei derzeitige und künftige Programmierer an: Die neue Webseite Whatif.intel.com soll als Forum für Entwickler dienen, die sich mit Mehrkern-Programmierung befassen. Dort stehen auch Tuning-Tools und Compiler zum Download bereit. Auf der IDF-Vorschau stellte Intel beispielsweise einen Compiler-Prototypen für C++ vor, der Software Transactional Memory unterstützt (STM): Damit soll der Abgleich zwischen mehreren Kernen, die gerade einen gemeinsamen Speicherbereich nutzen, effizienter funktionieren.
Künftige Unterstützung für Multikern-Programmierung will sich Intel durch Kooperation mit rund 280 Universitäten sichern: Bis zum Jahresende will der Prozessorhersteller 400 Hochschulen an diesem Programm beteiligen.

Die derzeitigen Zwei- oder Vierkern-Prozessoren sollen laut Intel die Ära des Tera-Scale-Computing eröffnen: Prozessoren mit Teraflops an Rechenleistung, die Terabyte vonDaten bearbeiten können. Dabei müssen die Rechenkerne nicht alle auf einem Prozessor sitzen. Zusätzliche Prozessoren, die nur bestimmte Rechenaufgaben, diese aber besonders schnell erledigen können, lassen sich mit den Standard-CPUs zusammenschalten. Künftig soll das bequemer funktionieren, indem die Haupt-CPU - von Intel – mit entsprechenden Befehlen die Rechenarbeit auf die Zusatzprozessoren verteilen kann. Spezielle Treiber oder umfassende Unterstützung durch das Betriebssystem benötigen die Programmierer dann nicht mehr. Intel nennt dieses Projekt Exo-Skeleton. Am Vortag des IDF führten es Intel-Ingenieure anhand von Echtzeit-De-Interlacing eines Videos vor.

Damit die Tera-Scale-Prozessoren die riesigen Datenmengen künftig untereinander und mit den übrigen Rechnerkomponenten austauschen können, forscht Intel intensiv im Bereich der Lichtleiter. Ziel ist eine Fertigung der optischen Chips auf Silizium-Basis, um eine günstigere Produktion und eine bessere Integration zu erreichen. Derzeit schaffen die Lichtleiter-Chips in Intel-Labors eine Datenrate von bis zu 40 Gbit/s.

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