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Intel und Yahoo wollen in Ihren Fernseher

21.08.2008 | 09:11 Uhr |

Schon oft wurde versucht, dass Internet mit dem Medium Fernseher zu verknüpfen. Yahoo und Intel starten nun einen neuen Anlauf und dieses Mal könnten die Chancen mit Yahoos "Widget Channel" und Intels neuem Media Processor CE 3100 besonders gut stehen, dass TV und Internet endlich zusammen finden.

Intel hat auf der IDF den neuen Intel Media Processor CE 3100 vorgestellt, der unter dem Codenamen "Canmore" entwickelt worden ist. Der Nachfolger des Intel Media Processor 2110 verfügt über nunmehr 150 Millionen Transistoren. Der Chip soll unter anderem bei Set-Top-Boxen und anderen Unterhaltungsgeräten, wie Playern optischer Medien zum Einsatz kommen.

Der "System-On-Chip" basiert auf dem Kern des Intel Pentium M, ist mit 800 MHz getaktet und verfügt über 256 L2-Cache. Viel wichtiger allerdings ist, dass der CE 3100 alle gängigen (auch hochauflösenden) Videoformate decodieren und verarbeiten kann. Zu den unterstützten Formaten gehören Mpeg-2, H.264 und VC-1 mit HDMI 1.3-Ausgabe. Hinzu kommen ein Speichercontroller für DDR2-Speicher (800 MHz), Surround-Sound, Unterstützung aller gängigen Audio-Formate, Unterstützung von Blu-Ray und der integrierte Grafikchip Intel Graphics Media Accelerator 500.

Wozu sich der Intel Media Processor CE 3100 einsetzen lässt, hat Intel zusammen mit Yahoo auf der IDF in Form einer von Gigabyte entwickelten Set-Top-Box demonstriert. Die Set-Top-Box selbst könnte natürlich von jedem anderen Hersteller stammen oder die Technologie wird gleich in einem Fernseher verbaut. Über die Box kann der Fernseher Informationen aus dem Internet einblenden. Die von Yahoo geschaffene Lösung heißt Widget Channel . Dabei kommt die bereits vom PC-Bereich bekannte Widget-Engine von Yahoo zum Einsatz.

In der Praxis sieht das so aus, dass im TV-Bild im unteren Bildbereich eine Leiste eingeblendet wird, in der Anwender Widgets anzeigen lassen können, die ihre Informationen auch aus dem Internet beziehen. Das kann beispielsweise ein Widget sein, das Angaben zum aktuellen Wetter am Wohnort oder einem Ort anzeigt. Oder ein Widget, das aus dem Internet einen RSS-Feed mit Nachrichten bezieht oder die aktuellen Börsenkurse anzeigt. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

In der gemeinsamen Vorführung von Intel und Yahoo wurde beispielsweise auch demonstriert, wie sich im Fernsehbild eine Seitenleiste öffnet und dort der Anwender in seinen bei Flickr abgelegten Bildern schmökern kann. Kommt Oma zu Besuch und das TV-Programm ist langweilig, dann kann einfach eine Flickr-Diashow gestartet werden. Anderes Beispiel: Im Fernsehen läuft gerade eine Werbung für das Produkt xyz. Über ein Preisvergleichs-Widget kann der Anwender herausfinden, wo er das Produkt in seiner Gegend besonders günstig erwerben kann und was andere Anwender von diesem Produkt halten.

"Widget Channel" bietet vielfältige Möglichkeiten, um die vom Internet bekannte Interaktivität auf den Fernsehbildschirm zu bringen. Vorteil dabei ist, dass für "Widget Channel" die offene Yahoo! Widget Engine genutzt wird, die bereits von vielen Entwicklern verwendet wird. Das dürfte für den notwendigen Anreiz sorgen, dass eine möglichst breite Vielfalt an TV-Widgets entwickelt wird.

Intels Media Processor CE 3100 lässt dann seine Muskeln spielen, wenn der Anwender Multimedia-Inhalte üßber das Internet abruft. Das Dekodieren übernimmt die Hardware. In einer Demo wurde gezeigt, wie zwei Videos mit unterschiedlichen Formaten gleichzeitig und ruckelfrei abliefen. Das an sich ist noch nichts besonderes. Interessanter wurde es, als die Wiedergabe der beiden Videos beschleunigt wurde. Auch hier erfolgte die Wiedergabe weiterhin ruckelfrei und frei von typischen Bildartefakten, die man sonst bei der beschleunigten Wiedergabe von Online-Videoinhalten kennt. Zusätzlich wurde auch noch der Sound beschleunigt, man könnte also - um Zeit zu sparen - einen Film gleich in doppelter Geschwindigkeit ansehen.

Auch einen Ausblick auf 2009 gab Eric Kim, Intels Senior Vice President und General Manager der Digital Home Group: Mit "Sodaville" stellte er Intels nächsten SoC (System-in-Chip) für Unterhaltungsgeräte vor, der auf dem Atom-Prozessor basieren wird und irgendwann 2009 erscheinen wird.

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