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Echtes 3D soll Kinofilme revolutionieren

21.08.2008 | 09:36 Uhr |

Eine wahrlich atemberaubende Vorstellung gab es auf der IDF zu bestaunen. Dreamworks-Mitbegründer Jeffrey Katzenberg präsentierte die nach seiner Ansicht dritte Revolution des Kinos. Künftig sollen sich Filme den Zuschauern komplett in 3D präsentieren. Einen Vorgeschmack darauf gab es natürlich auch und die Demonstration der Technologie war wirklich überzeugend.

Bisher hat das Kino zwei große Sprünge gemacht: Der Wechsel von Stumm- auf den Tonfilm und vom Schwarzweiß- zum Farbfilm. Seit der letzten Revolution sind fast 70 Jahre vergangen, Zeit das sich also wieder was tut. Und nach Ansicht von Jeffrey Katzenberg, steht diese nunmehr dritte Revolution unmittelbar bevor. Dank immer schneller werdender Rechner und dem Fortschritt im digitalen Bereich, werden Kinofilme sich künftig den Zuschauern mit echten 3D-Effekten präsentieren.

Das Filmstudio Dreamworks Animation (Shrek, Madagascar, Kung Fu Panda), das Katzenberg mitbegründete, wird ab dem Jahr 2009 alle seine Filme auch komplett in 3D produzieren und auch so in die Kinos bringen. Dabei kommt Intels Technologie Intru3D zum Einsatz, die das Erstellen solcher 3D-Filme erleichtert beziehungsweise unterstützt. Die Herstellung eines 3D-Films ist allerdings nur die halbe Miete. Schließlich sollen auch die Zuschauer das volle 3D-Erlebnis im Kino erhalten.

Bisher waren für 3D-ähnliche Filme in den Kinos zwei Projektoren notwendig und die Zuschauer mussten ulkig aussehende Brillen mit einer roten und einer blauen Folie statt Brillengläsern tragen. Ein 3D-Effekt stellte sich zwar damit zumindest etwas ein, aber vielen Zuschauern wurde auch schlecht beim Betrachten der Filme via der Rot-Blau-Brille.

In Zukunft genügt nur noch ein digitaler Projektor in den Kinosälen, der mit einer enormen Rechenpower ausgestattet ist, um das Bild so zu rendern und auf eine spezielle Leinwand zu projezieren, damit es durch die neuartigen RealD-Brillen den Zuschauern als 3D-Bild erscheint. RealD setzt Technologie mit polarisiertem Licht ein, wodurch die 3D-Brillen gleichfarbene Gläser besitzen können, die die Farben auf der Leinwand nicht mehr verfälschen und auch noch bequem zu tragen sind.

Genug der schnöden Theorie - wir waren beim Praxistest dabei

Funktioniert das Ganze? Und wie! Jeffrey Katzenberg präsentierte auf dem IDF in San Francisco einen Ausschnitt von Kung Fu Panda, der komplett in 3D gerendert war: Die Szene, in der der Bösewicht aus dem Gefängnis ausbricht. Was wir durch die Reald-Brille sahen, verschlug uns in der Tat die Sprache. Alles wirkte so unheimlich dreidimensional und damit so real, als würde man mitten im Film sein, als ihn nur ansehen. Charaktere stehen nicht nur nebeneinander, sondern scheinen vor der Leinwand zu sehen. Steine und Pfeile fliegen auf den Zuschauer zu, so dass man fast schon ausweichen möchte. Insgesamt ein imposantes Erlebnis.

Doch Katzenberg konnte noch einen Drauflegen und präsentierte uns außerdem noch eine Szene aus dem kommenden Animationsfilm Monsters vs. Aliens , der Ende März 2009 in die Kinos kommt. In der Szene landet ein riesiger Roboter auf der Erde und der US-Präsident, begleitet von Heerscharen von Militär, will den Ankömmling begrüßen. Dabei fällt ihm nichts besseres ein, als auf einem Keyboard Harold Faltermeyers Axel F zum Besten zu geben, was bei dem Riesenroboter zu einem Wutausbruch führt. Auch hier wirkt alles in 3D so herrlich realistisch und die Gesichter scheinen einen förmlich von der Leinwand "anzuspringen". Beim anschließenden Angriff der Menschen auf den Riesenroboter fliegen die Fetzen: Raketen, abgefeuert von einem Düsenjäger und mit der Aufschrift "E.T. go home", rasen auf den Zuschauer zu, ehe sich die Ansicht dreht und auf den polternden Roboter treffen. Dessen Arme ragen ebenfalls scheinbar aus der Leinwand heraus.

Ist das wirklich die Zukunft des Kinofilms? Bei Animationsfilmen klappt das neue 3D-Gefühl perfekt und zieht einen noch mehr ins Geschehen hinein. Wie das bei Realfilmen aussieht, bleibt abzuwarten. Laut Angaben von Katzenberg sind derzeit alle großen Regisseure (Spielberg, Lucas, Jackson & Co.) mit Projekten beschäftigt, bei denen letztendlich ein Film in echtem 3D herauskommen soll. Wir sind jedenfalls auf diese Ergebnisse gespannt. Die erste Vorführung des Kinos von Morgen hat uns schon mal Appetitt auf mehr gemacht.

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