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IDF: Dual-Core von Intel: Das bringt's wirklich

02.03.2005 | 11:30 Uhr |

Das steckt in der Dual-Core-Technik.

Was erst lediglich zwischen den Zeilen zu hören war ( wir berichteten ), sprach Intel -Chef Craig Barrett jetzt direkt an: "Wir können die Taktraten nicht weiterhin hochtreiben ..., wir ziehen 5 oder 6 GHz nicht in Betracht". Wie die PC-WELT bereits vermutet hat, liegt der Grund für den Richtungswechsel an der großen Wärmeentwicklung, die hohe Taktraten mit sich bringen.

Einen Ausweg aus dem Dilemma sollen Prozessoren liefern, die mehrere CPU-Kerne in einem CPU-Gehäuse vereinen. Zum Pentium-Prozessor Extreme Edition 840 mit zwei Kernen (Codename Smithfield, siehe Bild) hat Intel heute erstmalig Benchmark-Ergebnisse bekannt gegeben. Dieser Chip beherrscht zusätzlich Hyper-Threading und präsentiert sich der Software daher mit insgesamt 4-CPUs.

Beim Cinebench 2003 erzielte der 3,2-GHz-Prozessor mit nur einem Thread (also auf nur einem Kern und ohne Hyper-Threading) 193 Performance-Punkte. Wurden dagegen vier Threads genutzt, schaffte der Prozessor 585 Punkte, war also drei mal schneller (siehe Abbildung rechts).

Der Cinebench profitiert sehr stark von der Dual-Core-Technik, weil er sich gut auf mehrere Threads verteilen lässt - das Bild wird zum Beispiel in vier Bereiche aufgeteilt, die unabhängig voneinander berechnet werden (siehe Abbildung rechts).

Nach dieser Demonstration fanden wir an anderer Stelle einen Techniker, der bereit war, den gleichen Benchmark auf der normalen, sprich Ein-Kern-Version, des Pentium 4 Extreme Edition mit 3,73 GHz laufen zu lassen. Dieser Prozessor erzielte mit einem Thread 327 und mit zwei Threads 394 Punkte (siehe Abbildung rechts).

Die ältere Ein-Kern-CPU arbeitet also mit einem Thread 70 Prozent schneller als die neuere Zwei-Kern-Version. Mit den unterschiedlichen Taktraten alleine lässt sich dieser Effekt nicht erklären, die Taktraten liegen nur um 15 Prozent auseinander. Erfahrungsgemäß machen die Speicheranbindung und der Second-Level-Cache (L2) beim Cinebench kaum etwas aus. Die Ursache muss also woanders liegen. Eventuell hat Intel beim First-Level-Cache (L1) des Zwei-Kern-Prozessors gespart - Angaben zum First-Level-Cache wollte Intel jedoch keine machen.

Was die Dual-Kern-Technologie bei anderen Applikationen bringt, bleibt abzuwarten - es profitieren nämlich nur Anwendungen,die sich gut auf mehrere Threads verteilen lassen. Zumindest sollte der PC noch gut bedienbar bleiben, auch wenn gerade eine sehr CPU-intensive Anwendung läuft. Interessant ist vor allem, wie das Verhältnis von Rechenleistung zu Wärmeentwicklung bei einem Zwei-Kern-Prozessor in Vergleich zu einer Ein-Kern-Variante ist. Laut Intel soll bei gleicher Wärmeabgabe ein Zwei-Kern-Prozessor circa 40 Prozent schneller sein als das Ein-Kern-Pendant. Details dazu hat Intel nicht veröffentlicht, allerdings ist klar, dass auch dieses Verhältnis stark von der ausgeführten Software abhängt.

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