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IDF: Auch AMD setzt auf Dual Core

08.09.2004 | 10:18 Uhr |

AMD versucht wie in jedem Jahr Intel auf der IDF die Show zu stehlen. Journalisten werden per Limousine vom IDF-Tagungsort zum AMD-Hotel kutschiert. Dort gab es zwei Server mit dem Dual-Core-Opteron zu sehen, den AMD vor einer Woche vorgestellt hatte – auch hier Intel um eine Nasenspitze voraus.

Inzwischen hat es schon Tradition: Wenn das IDF stattfindet, stationiert sich AMD in unmittelbarer Nähe, um Intel die Show zu stehlen. Dieses Jahr verhielt sich AMD besonders frech: Mit einer schwarzen Stretch-Limousine, die direkt vor dem IDF-Tagungsort Moscone Center parkte, chauffierte man die Journalisten ins AMD-Hotel.

Dort gab es zwei Server mit dem Dual-Core-Opteron zu sehen, den AMD vor einer Woche vorgestellt hatte – auch hier Intel um eine Nasenspitze voraus. Neben einem Proliant-Server von HP, in dem vier Dual-Core-Opterons arbeiteten, zeigte AMD einen schnuckeligen schwarzen Mini-PC mit einem Athlon 64 auf dem die 64-Bit-Versionen von Far Cry und Unreal Tournament 2004 liefen – Benchmarks waren leider nicht erlaubt.

Der Dual-Core-Opteron soll Mitte 2005 auf den Markt kommen, Ende 2005 soll dann auch eine Dual-Core-Variante für High-End-Desktops verfügbar sein – also dem Einsatzbereich des Athlon FX. Erst 2006 will man den restlichen Desktop- und den Notebookbereich mit Dual-/Multicore-CPUs bedienen. Alle Dual-Core-CPUs werden wohl nur im Sockel 939 arbeiten. Zur Frage, ob Dual-Core-Modelle auch im Einsteigerbereich mit den Sempron-CPUs geplant seien, wollte sich AMD nicht äußern.

Sonst gab sich AMD sehr zugeknöpft - zur Leistung des Dual-Core-Systems oder seines Stromverbrauchs gab man keine Auskunft. Auch die Frage, ob der Dual-Core-Opteron je nach benötigter Leistung im laufenden Betrieb einen Core dynamisch abschalten könne, um Strom zu sparen – eine Funktion, die zum Beispiel bei Dual-Core-Mobilprozessoren sehr nützlich wäre -, blieb unbeantwortet.

Weder ein Testsystem noch genauere Details gab es zu "Oakville", AMDs neuem 64-Bit-Mobilprozessor in 90-Nanometer-Technologie. Doch bereits in den nächsten Wochen sollen Notebooks von Acer und Medion auf den Markt kommen, in denen der "Oakville" arbeitet – von Acer wahrscheinlich wieder unter dem Ferrari-Label verkauft.

Auch beim Thema "DDR2" spuckte AMD Intel in die Suppe. Der neue Speicherstandard, den Intel zu einem der Mittelpunkte des IDFs machen will, ist aus der Sicht des Konkurrenten erst 2006 vom Preis-Leistungsverhältnis her für die breite Markteinführung interessant.

P.S.: Intel hat mittlerweile dafür gesorgt, dass die AMD-Limousine nicht mehr vor dem IDF-Veranstaltungsort stehen darf.

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