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Marktforscher: "Windows 8 wird ein Upgrade-Flop"

06.12.2011 | 14:49 Uhr |

Die Marktforscher von IDC prognostizieren, dass kaum ein Windows-7-Nutzer auf Windows 8 upgraden wird. Auch für Tablet-PCs mit Windows 8 stünden die Zeichen schlecht.

Windows 8 hat noch lange nicht den Beta-Status erreicht , da wagen die Marktforscher von IDC ( Hinweis: IDC gehört ebenso wie PC-WELT zu IDG (International Data Group)) bereits folgende, düstere Prognose: Nur wenige PC-Besitzer werden von Windows 7 ein Upgrade auf Windows 8 upgraden. Einen Flop erwartet IDC auch bei Windows 8 für Tablet-PCs.

Das geht aus den Top-10-Vorhersagen für 2012 hervor, die IDC in seiner Studie "Worldwide System Infrastructure Software" veröffentlicht hat. Die Microsoft-Expertin und -Bloggerin Mary Jo Foley zitiert wie folgt aus der Studie: "Windows 8 wird größtenteils irrelevant für Besitzer von traditionellen PCs sein und wir erwarten effektiv keine Upgrade-Aktivitäten von Windows 7 zu Windows 8 bei diesem Form-Faktor."

Letztendlich hängt es davon ab, ob Microsoft neben der neuen Metro-UI genügend neue Funktionen in Windows 8 packt, die die Windows-7-Nutzer zu einem Wechsel auf Windows 8 animieren. Die bisher erschienene Vorabversion von Windows 8 mit dem Zusatz Developer Preview bietet bisher lediglich die Metro-UI als herausragendes neues Merkmal. Zur Verteidigung von Microsoft muss aber auch betont werden, dass neue Funktionen für Windows 8 zwar geplant sind, diese bewusst aber noch nicht in Windows 8 Developer Preview integriert wurden, weil hier die neue Oberfläche im Mittelpunkt stehen sollte. Erst mit der öffentlichen Beta wird Windows 8 auch die neuen Funktionen bieten. Abzuwarten bleibt aber dann, ob diese neue Funktionen auch tatsächlich zu einem Wechsel auf Windows 8 animieren werden.

Unternehmen wechseln derzeit vor allem auf Windows 7 und lassen endlich Windows XP zurück. Es ist nicht zu erwarten, dass diese Unternehmen auch noch einen Wechsel auf Windows 8 durchführen werden, zumal nicht nur der Wechsel selbst mit Kosten verbunden wäre, sondern auch die neue Oberfläche für zusätzlichen Schulungsaufwand sorgen würde.

Die IDC-Prognose bedeutet übrigens nicht, dass IDC einen Flop von Windows 8 erwartet. Die meisten Versionen eines neuen Betriebssystems verkauft Microsoft gemeinsam mit neuen PCs. Die Studie von IDC sagt lediglich aus, dass sich voraussichtlich die im Einzelhandel erhältlichen Versionen von Windows 8 schlecht verkaufen werden.

Microsoft optimiert Windows 8 vor allem für den Einsatz auf Tablet-PCs. Dementsprechend bitter dürfte die IDC-Prognose bei Microsoft ankommen, wenn die Rede von einem Flop in Verbindung mit Tablet-PCs ist. Aber das es Microsoft mit Windows 8 auf Tablet-PCs schwer haben wird, dürfte den Redmondern bereits bewusst sein. Die bereits erhältlichen Apple- und Android-Tablets haben einen enormen zeitlichen Vorsprung und teilen sich den Markt in dieser Zeit auf.

Entscheidend wird also sein, welche Strategie Microsoft und die Hersteller der Windows-8-Tablet-PCs wählen werden. Dabei könnte Microsoft nicht zuletzt von den Erfahrungen der Android-Tablet-PC-Hersteller profitieren, die sich die Zähne an den iPads ausbeißen, die sich millionenfach verkaufen, während der Absatz der Android-Tablet-PCs eher überschaubar bleibt. Windows 8 könnte auf Tablet-PCs mit hochwertigen Geräten zu einem attraktiven Preis punkten.

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