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IDC: Fujitsu Services sollte sich in Deutschland beeilen

27.11.2007 | 14:23 Uhr |

Martin Haas, Director Research & Consulting, IDC Central Europe, glaubt, dass der zukünftige Erfolg für Fujitsu Services als IT-Dienstleister im deutschen Markt in entscheidendem Maße davon abhängen wird, welches Profil sich der IT-Dienstleister in den nächsten zwölf bis 18 Monaten geben wird.

Deutschland sei, so Haas, bis Ende 2006 gemessen am Umsatz ein nahezu weißer Fleck auf der Landkarte von Fujitsu Services gewesen. Dies habe sich im Laufe des Jahres 2007 deutlich geändert. So unterzeichnete Fujitsu Services im Dezember 2006 den Vertrag zur Übernahme der Aktienmehrheit an der TDS AG. Derzeit hält Fujitsu Services mehr als 80 Prozent des Grundkapitals. Im Jahr 2006 beschäftigte TDS rund 700 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von fast 100 Millionen Euro.

Im April 2007 hat TDS die Übernahme der Dsoftware GmbH bekannt gegeben. Im Wesentlichen vermarktet das Unternehmen eine Softwareplattform für HR BPO. Der realisierte Umsatz beläuft sich auf unter zehn Millionen Euro.

Im Mai 2007 dann schloss Fujitsu Services mit der ASIC (Allianz Shared Infrastructure Services) einen Fünf-Jahres-Vertrag über die Auslagerung der dezentralen IT Services und des Netzwerkbetriebs ab. Der Vertrag hat ein Volumen von rund 400 Millionen Euro und regelt auch die Übernahme von 500 ASIC-Mitarbeitern.

Haas kommentiert diese Aktivitäten mit den Worten, hier lasse sich "ein recht ambitionierter Plan für den Ausbau der Geschäftsaktivitäten der Fujitsu Services in Deutschland erkennen". Bis zum Jahr 2010 wolle das Unternehmen einen Jahresumsatz von etwa 500 Millionen Euro erreichen: Damit würde Fujitsu Services einen Platz unter den deutschen Top 10 des IT-Services-Marktes festigen.

Der IDC-Analyst sagte, er rechne in diesem Zusammenhang durchaus auch mit weiteren Übernahmen. Wesentlich sei allerdings ein kontrollierbarer Integrationsaufwand und ein ergänzendes Portfolio .

Grundsätzlich habe sich Fujitsu Services mit den TDS-Themen Application Management und HR BPO zwei wichtige Kompetenzen in Wachstumssegmenten gesichert, sagte Haas. Der zukünftige Erfolg im deutschen Markt werde aber in entscheidendem Maße davon abhängen, welches Profil sich Fujitsu Services in den nächsten zwölf bis 18 Monaten gebe. Während die Aktivitäten von TDS auf den Mittelstand abzielten, sei etwa der Allianz-Deal in einer völlig anderen Zielgruppe angesiedelt.

Ein potenzieller Übernahmekandidat sollte also vor allem die Lücke zwischen diesen beiden Zielgruppen schließen. Ein nennenswerter Beitrag zum geplanten Wachstum und der erwünschte, kontrollierbare Integrationsaufwand dürften in erster Linie bei Anbietern mit einem Jahresumsatz zwischen 100 und 200 Millionen Euro zu finden sein.

Haas abschließend: "Fujitsu Services sollte mit dem nächsten Schritt nicht zu viel Zeit verstreichen lassen, um den Schwung aus dem Jahr 2007 mitzunehmen. Allerdings dürfte sich die Anzahl der relevanten Kandidaten für eine Übernahme in Grenzen halten." (jm)

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