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IBM schnürt neue Cloud-Pakete

21.06.2013 | 10:20 Uhr |

Mit einer ganzen Reihe neuer Cloud-Anwendungen und Paketlösungen unterstreicht IBM sein ohnehin schon starkes Engagement im Cloud-Computing-Markt.

Auch wenn Cloud Computing bislang nur einen relativ kleinen Beitrag zu den zuletzt 106 Milliarden Dollar Jahresumsatz von "Big Blue" beisteuert - in den vergangenen Jahren hat IBM mehr als vier Milliarden Dollar für Übernahmen von Cloud-Diensten ausgegeben und zuletzt mit SoftLayer auch eine große Public Cloud erworben.

Und dafür will der Konzern nun mehr Aufmerksamkeit, wie Quentin Hardy im "Bits"-Blog der "New York Times" berichtet. Der Konzern bereitet demnach einen breit angelegten Vorstoß bei aus der Cloud bereitgestellter Software vor. In einem ersten Schritt werden Produkte neu gebündelt, um eine deutlich größere Kundenbasis zu adressieren, die ein wenig tiefer in der Hierarchie-Pyramide von Anwenderunternehmen angesiedelt ist.

Gestern präsentierte IBM eine ganze Reihe von Cloud-Produkten für populäre Einsatzwecke wie Big Data / Insights, Social Analytics fürs Marketing, Human Resources, Kundenservice oder Beschaffung. Alles in allem kann IBM nach eigenen Angaben bereits mehr als 100 Cloud-Applikationen vorweisen.

Unter der Ägide von Virginia Rometty muss sich IBM - wie andere High-Tech-Urgesteine auch - zwangsläufig neu aufstellen. In der Vergangenheit verkaufte der Konzern komplexe Pakete aus Hardware, Software und Services an CEOs und Ihresgleichen. Neuerdings wandert das IT-Budget aber immer mehr in die Fachabteilungen. Deren Chefs, die viel direkter ins Tagesgeschäft involviert sind, wollen mit Produkten bedient werden, die ohne aufwendige Schulungen, längliche Anschaffung oder komplizierte Server-Installationen auskommen - Lösungen wie die von Salesforce oder Yammer, die in der Anfangsphase des Cloud Computing durch jede Menge offene Einfallstore in die Unternehmen kamen.

Bei seinen Cloud-Ambitionen dürfte die zwei Milliarden Dollar schwere Übernahme von SoftLayer von Nutzen sein, das ein globales Netz von 13 Rechenzentren betreibt. Über diese kann IBM nun einfacher Software aus der Public Cloud bereitstellen als Gegenentwurf zum Betrieb von Applikationen beim Anwender im Haus ("on premise").

Public Clouds wie Amazon Web Services, wo sich viele Unternehmen Rechenleistung und Speicherplatz teilen, werden in der Unternehmens-IT zunehmend akzeptiert. Für ein Unternehmen, das über Jahrzehnte Großrechner für große Firmen angeboten hat, ist ein Schwenk in Richtung Public sicher kein einfacher. Aber er unterstreicht, dass IBM sich dem veränderten Marktumfeld anpasst. ( Computerwoche /wh)

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