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IBM will 13.000 Stellen streichen

IBM will vor allem in Europa bis zu 13.000 Stellen streichen. Laut der Gewerkschaft ver.di sollen in Deuschland 2500 Jobs verschwinden. Durch diese Maßnahme will der Konzern seine schwächelnden Gewinne wieder ankurbeln.

Der IBM-Konzern will vor allem in Europa bis zu 13.000 Stellen streichen, um die schwächelnden Gewinne wieder anzukurbeln. Nach Darstellung der Gewerkschaft ver.di sollen in Deutschland in den kommenden Jahren 2500 IBM-Jobs verschwinden - rund jeder zehnte Arbeitsplatz. IBM teilte mit, hauptsächlich sollen Stellen im Verwaltungsbereich - zum Beispiel im Einkauf oder in der Buchhaltung - aus Deutschland, Frankreich und Italien in Niedriglohnländer verlagert werden.

ver.di berichtete am Donnerstag, die Tochter IBM Business Services werde zum 30. September planmäßig die Standorte in Schweinfurt und Hannover schließen. Dort würden rund 600 Arbeitsplätze wegfallen, wie die Einigungsstelle entschieden habe. ver.di warnt bereits seit Tagen vor dem Abbau von rund 2500 Stellen in Deutschland.

Zu einem Stellen-Abbau über die bislang bekannten knapp 600 hinaus sagte IBM-Sprecher Peter Gerdemann dem " Tagesspiegel " (Freitag): "Davon kann man ausgehen." Zu den betroffenen Standorten oder Unternehmensteilen wollte er sich aber nicht äußern. "Ich schließe nichts ein, und ich schließe nichts aus." Ziel sei es, den Stellenabbau auf freiwilligem Weg hinzukriegen. Die Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern liefen schon. "Wir werden in den nächsten Wochen sehr intensive Gespräche führen", sagte Gerdemann.

Die Streichungen sollen weltweit 10.000 bis 13.000 Stellen treffen, gab der amerikanische Computer- und Dienstleistungsriese nach Börsenschluss am Mittwoch ohne konkrete Aufteilung mit. Der Konzern rechnet im laufenden Quartal mit Belastungen von 1,3 bis 1,7 Milliarden Dollar (bis zu 1,3 Milliarden Euro) für Abfindungen. Der Abbau soll zum Jahresende abgeschlossen werden.

Der IBM-Konzern, bei dem das Beratungsgeschäft nach der Übernahme von Pricewaterhouse Coopers inzwischen mehr als die Hälfte der Umsätze liefert, nimmt sich mit dem globalen Umbau nun auch seine eigene Struktur vor. Die Arbeitsabläufe sollen entschieden globalisiert werden, sagte ein ranghoher Manager der "New York Times". Dabei solle zum Beispiel verstärkt das Internet genutzt werden, um Dokumente an billigeren Standorten zu bearbeiten. Westeuropa sei nach dem Zweiten Weltkrieg ein Wachstumsmarkt gewesen und deshalb seien dort große Strukturen gewachsen. Jetzt aber sei es ein Markt mit hohen Kosten und geringem Wachstum, deshalb müssten die dortigen Gesellschaften verschlankt werden.

IBM beschäftigt derzeit insgesamt rund 322.000 Mitarbeiter, nachdem etwa 10.000 mit der PC-Sparte zum chinesischen Lenovo-Konzern wechselten. IBM hatte vergangene Woche enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt. Dies ging allerdings hauptsächlich auf das Konto des Beratungsgeschäfts. Konzernchef Samuel J. Palmisano sagte nach Veröffentlichung der Quartalszahlen, IBM müsse "aggressive Maßnahmen" ergreifen, um die "zum großen Teil selbst verschuldeten" Probleme zu meistern.

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