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IBM verlagert zentralen Einkauf nach China

12.10.2006 | 09:56 Uhr |

IBM plant, eine seiner größten und wichtigsten Abteilungen, den zentralen Einkauf, nach China zu verlagern.

Der für das weltweite Procurement verantwortliche Bereich in Somers, New York, soll nach Shenzen in China umziehen. Der zentrale Einkauf organisiert und pflegt die Zusammenarbeit mit sämtlichen Lieferanten rund um den Globus. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wird der Umzug noch heute bekannt gegeben. Shenzen ist eine Millionenstadt im Süden der Volksrepublik, unweit von Hongkong. Es handelt sich um eine ähnlich aufstrebende Metropole wie Shanghai.

Die Verlagerung des Einkaufs signalisiert, dass IBM grundsätzlich bereit ist, größere Geschäftsbereiche außerhalb der USA zu lokalisieren. China ist für den Konzern vor allem aus Kostengründen interessant. Das Reich der Mitte ist seit dem Jahr 2004 der weltweit größte Exporteur von Hightech-Gütern wie Laptops, Handys und Digitalkameras. Big Blue gibt derzeit rund 30 Prozent seines 40 Milliarden Dollar schweren Einkaufsbudgets in der Region Asien-Pazifik aus, rund die Hälfte dieses Anteils geht nach China.

John Paterson, Chief Procurement Officer der IBM, sagte gegenüber dem "Wall Street Journal", dass der Umzug den Service weltweit verbessern werde, ohne dass in andere Lokationen Jobs bedroht seien. Wie IBM den Umzug ohne Stellenstreichungen oder -verlagerungen hinbekommen will, ließ der Chefeinkäufer im Unklaren. IBM beschäftigt allein in Asien 7500 Mitarbeiter im Einkauf, davon 700 in China. Für den Konzern ist die Volksrepublik der achtgrößte Markt weltweit. Die Einnahmen stiegen dort 2005 um acht Prozent. (hv)

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