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IBM stellt Produktion in Deutschland ein

16.01.2003 | 11:56 Uhr |

Der Industrie-Standort Deutschland muss erneut einen schweren Schlag einstecken. IBM schließt seine letzte Fabrik in Deutschland. Das gab der abgelöste IBM-Deutschland-Chef Erwin Staudt bekannt. 800 Mitarbeiter müssen gehen.

Der Industrie-Standort Deutschland muss erneut einen schweren Schlag einstecken. IBM schließt seine letzte Fabrik in Deutschland. Das gab der abgelöste IBM-Deutschland-Chef Erwin Staudt bekannt. 800 Mitarbeiter müssen gehen, wie die Financial Times Deutschland berichtet.

Ende 2003 soll die Festplatten-Herstellung in Mainz eingestellt werden. Von den 1300 Angestellten können 500 an anderen IBM-Standorten weiterbeschäftigt werden, wie IBM-Betriebsratschef Klaus Trautmann ergänzt. Sie werden in den Bereichen Software und Service eingesetzt. Die übrigen 800 Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen.

Staudt, der erst in dieser Woche als Vorsitzender der Geschäftsführung seinen Hut nehmen musste und in den Aufsichtsrat von IBM Deutschland "befördert" wurde, äußerte sich auch zu den Gründen für seine Entmachtung. So stehe seine Entlassung in Zusammenhang mit der aktuellen Absatzkrise von Computer- und Softwareanbietern. IBM bräuchte jetzt einen "starken Mann für das operative Geschäft". Staudt sieht seine eigenen Stärken dagegen mehr in der strategischen Planung, die er in Zukunft betreiben wolle.

Wie die Financial Times weiter ausführt, habe die deutsche Tochter von IBM im zweiten Jahr in Folge im Bereich Global Services das von der US-Zentrale erwünschte Unternehmensziel verfehlt. "Global Services" ist die wichtige Dienstleistungssparte von IBM. Schon seit längerer Zeit vollzieht der ehemals reine Hardware-Hersteller IBM einen grundlegenden Wandel zum weltweiten Dienstleistungs-Unternehmen mit einem umfangreichen Software-Angebot und einer Unternehmensberatung.

Aus dem Festplatten-Geschäft zieht sich IBM damit vollständig zurück. Kürzlich verkaufte Big Blue seine Festplatten-Produktion an Hitachi, nur das Mainzer Werk blieb bei IBM. Die Einstellung der Produktion in Mainz Ende des Jahres ist anscheinend die logische Konsequenz daraus.

IBM Deutschland wechselt überraschend Führung (PC-WELT Online, 14.01.2003)

Hitachis Übernahme von IBMs Festplattensparte vor Abschluss (PC-WELT Online, 02.01.2003)

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