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IBM-Übernahme: Nach dem großen Deal

10.12.2004 | 12:47 Uhr |

Das chinesische Computerunternehmen Lenovo hat den PC-Bereich von IBM gekauft. Wie geht es nun weiter? Anwender, Kunden und Partner sind unsicher, ob die Traditionsmarke IBM unter den neuen Besitzern die gewohnt hohe Qualität halten kann.

Kunden, Anwender und Mitarbeiter von IBM sind verunsichert – welche Auswirkungen hat die Übernahme des PC-Geschäfts von IBM durch das chinesische Unternehmen Lenovo?

Eigentlich keine, beruhigt IBM-Firmensprecher Stefan Pieper im Gespräch mit der PC-WELT. Die Mitarbeiter und die bestehende Organisation der PC-Abteilung von IBM wird komplett von Lenovo übernommen. Service und Garantieabwicklung bleiben für die nächsten fünf Jahre bei IBM. Auch im Vertrieb werden die Businesspartner nach der Übernahme die gleichen Ansprechpartner wie vor der Übernahme haben: "Es ändert sich höchstens die E-Mail-Adresse“, so Pieper.

Auch die Produktplanung (Roadmap) für die nächste Zeit bleibt unverändert – eine plötzliche Abkehr vom bekannten IBM-Design bei PCs und Notebooks wird es nicht geben. Auch die Markennamen „Thinkcentre“ (PCs) und „Thinkpad“ (Notebooks) bleiben erhalten. Allerdings wollte Pieper Spekulationen nicht dementieren, nach denen IBM/Lenovo seine Anstrengungen im Privatkundengeschäft verstärken wolle. Bisher richteten sich IBM-PCs und –Notebooks fast ausschließlich an Geschäftskunden. In China hat Lenovo allerdings ein starkes Standbein im Privatkundengeschäft – mit den zusätzlichen Ressourcen durch die Übernahme ließe sich dieses Geschäft auch weltweit ausbauen.

Durch die Übernahme des IBM-PC-Geschäfts steigt Lenovo zum weltweit drittgrößten PC-Hersteller hinter Dell und HP auf. Dadurch ergeben sich natürlich auch bessere Konditionen beim Einkauf von Komponenten – dies könnte Lenovo günstigere Verkaufspreise für PCs und Notebooks ermöglichen und so die Geräte auch für Privatkunden interessant machen.

Dem Misstrauen, dass durch die Übernahme die hohe Qualität der IBM-Produkte verwässert würde, hält Pieper entgegen, dass bereits heute der Großteil der IBM-PCs und –Notebooks in China gefertigt werde - zum Beispiel von Quanta und Wistron. Überdies bleibe die Zentrale der neuen Firma in New York, für Design und Entwicklung der Geräte seien auch weiterhin die IBM-Abteilungen in den USA und Japan zuständig.

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