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Online-Entscheidungshilfe für Ratsuchende

17.06.2009 | 13:35 Uhr |

Im Internet ist kürzlich eine Webseite für die Öffentlichkeit freigeschaltet worden, die Nutzer mit dem Angebot lockt, eine Antwort auf so gut wie alle ihrer Fragen parat zu haben.

Hunch , so der Name des neuen Online-Dienstes, versteht sich dabei den Angaben auf der eigenen Homepage zufolge als Ratgeberportal zur Entscheidungshilfe. "Nachdem die Nutzer zehn unserer Fragen beantwortet haben, liefern wir ihnen konkrete und individuell angepasste Vorschläge für Hunderte von Entscheidungen aller Art", versprechen die Seitenbetreiber. Als Basis für die entsprechende Hilfestellung setzt die Plattform dabei auf das bewährte Community-Konzept des Web 2.0. So speist sich die Datenbank, aus der Hunch seine Antworten entnimmt, ausschließlich aus dem kollektiven Wissen der eigenen Nutzerschaft. Diese verbessert das System automatisch, indem sie es kontinuierlich mit neuen Fragen füttert. Längerfristig soll auf diese Weise sichergestellt werden, dass kein Ratsuchender ohne passende Antwort die Seite verlässt.

"Der Ansatz der kollektiven Intelligenz ist nicht unbedingt neu. Eine entsprechende Ausrichtung war bereits in den ersten Definitionen des Web 1.0 ein bestimmender Faktor", stellt Michael Klein, Direktor des Instituts für Neue Medien ( INM ) klar. Das Grundkonzept des vernetzten Wissens finde sich heute nicht nur bei Online-Communitys oder Portalen wie Wikipedia wieder. "Auch Suchmaschinen wie Google nutzen diesen Ansatz und stellen den Nutzern Antworten auf ihre Fragen zur Verfügung", gibt Klein zu bedenken. Durch neuere Angebote wie das kürzlich gestartete Wolfram Alpha sei die Möglichkeit der intelligenten Antwortsuche im Web sogar noch deutlich verbessert worden. "Längerfristig soll es auf der Seite auch möglich sein, Suchanfragen in Form ganzer Aussagen abgeben zu können", merkt Klein an.

Aber nicht nur die Suchmaschinen, sondern auch ganz allgemein betrachtet, komme dem Internet mittlerweile eine bedeutende Stellung im Bezug auf den Entscheidungsfindungsprozess zu. "Das Web hat heute eine permanente entscheidungsbegleitende Rolle im Leben der Menschen eingenommen. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem seine ungeheure Größe, die nahezu zu allen Themen und Fragen Informationen bereit hält", meint Klein. Ob ein Antwort-Portal wie Hunch bei den Usern in der Fülle von verschiedenen Angeboten, die Menschen bei allen möglichen Entscheidungen unterstützen sollen, überhaupt noch gebraucht werde, hänge von der Qualität der geboten Leistung ab. "Wenn die Ratschläge, die einem dort erteilt werden, eine gewisse Qualität haben und den Usern tatsächlich bei der Entscheidungsfindung helfen können, kann diese Seite durchaus ein Erfolg werden", so Klein.

"Hunch ist eine Webseite zur Entscheidungsfindung, die klüger wird, je mehr sie genutzt wird", heißt es auf der entsprechenden Webseite. Die Verbesserung des Frage-Antwort-Systems sei dabei auf zwei unterschiedlichen Wegen möglich. "Zunächst helfen uns die User selbst mit jedem eingeschickten Beitrag, unser Angebot insgesamt zu verbessern. Diese können zudem beispielsweise auch vorhandene Antworten und Vorschläge korrigieren, neue Entscheidungsthemen und weiterführende Folgefragen einbringen oder die Resultate ihres eigenen Entscheidungsfindungsprozesses präsentieren", erläutern die Seitenbetreiber. Um die bestmöglichen Ergebnisse liefern zu können, sei es notwendig, dass das System so viel wie möglich über die individuellen Persönlichkeiten und Präferenzen der jeweiligen Ratsuchenden in Erfahrung bringe. "Das ist wie bei einem Freund im echten Leben, der eine Person erst im Laufe der Zeit immer besser kennen lernt und ihr aufgrund ihrer spezifischen persönlichen Vorlieben einen vertrauenswürdigen Rat erteilt", vergleichen die Hunch-Verantwortlichen. (pte)

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