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Bieterverfahren geht in nächste Runde

04.07.2008 | 12:05 Uhr |

Die Beteiligung von Investoren an der Mobile-Device-Sparte von Huawei könnte schon demnächst in eine weitere Runde gehen.

Das Unternehmen habe die Zahl der interessierten Private-Equity-Investoren auf fünf eingegrenzt, die ab nächster Woche zu weiteren Treffen eingeladen werden, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Die Bieter hätten jeweils Gebote für rund 50 Prozent der Anteile an betroffenen Sparte gestellt, die insgesamt etwa vier Mrd. Dollar wert sein soll.

Bereits Anfang Mai wurden erste Verkaufsgerüchte rund um die Mobile-Device-Sparte Huaweis laut. Bain Capital Partners, die Private-Equity-Sparte der Goldman Sachs Group, Kohlberg Kravis Roberts & Co. sowie Silver Lake sollen laut Financial Times unter den fünf Bietern sein, die in die nächste Runde vorgelassen werden. Morgan Stanley sei mit dem Management des Verkaufsprozesses beauftragt worden. Die Beteiligung umfasse die Segmente Mobiltelefone, Laptop-Datenkarten für Drahtlosnetzwerke sowie Router für den Hausgebrauch.

"Wenn ein US-Private-Equity-Investor bei Huawei einsteigt, dann wird man voraussichtlich in einem zweiten Schritt die Mobile-Device-Sparte von Motorola übernehmen und die beiden zusammenlegen", sagt Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim. Diese Kombination würde Sinn ergeben, da Huawei außerhalb Chinas über keinen nennenswerten Markennamen in diesem Segment verfüge und Motorola zugleich im Entry-Level-Bereich sowie in Emerging Markets schwach vertreten sei.

Mit dem Einstieg eines Private-Equity-Unternehmens könnte Huawei einen erneuten Anlauf auf den US-Mobilfunkmarkt nehmen. Anfang des Jahres scheiterte die geplante Beteiligung des Telekomausrüsters am US-Unternehmen 3Com bereits an Sicherheitsbedenken von US-Seite, die zu einem Rückzug des damaligen Partners Bain Capital geführt hatten. Der nun geplante Deal würde trotz der kolportierten Nähe Huaweis zur chinesischen Regierung weniger Sicherheitsbedenken hervorrufen, sagen Branchenkenner. "Noch ist nicht entschieden, wie groß der Anteil der Mobile-Device-Sparte ist, den Huawei veräußert. Wenn der Private-Equitiy-Investor die Mehrheit übernimmt, wäre später hinsichtlich Investitionen am US-Markt alles möglich. Handsets werden zudem weniger als Gefahr gesehen, als Netzwerkausrüstungen", sagt Stackelberg. (pte/jp)

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