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Horcht Microsoft Händler aus?

27.09.2001 | 14:37 Uhr |

In England soll eine Mail aufgetaucht sein, in der ein Microsoft-Mitarbeiter von einem PC-Händler Informationen über Kunden anfordert, die den Einsatz von Linux auf dem Desktop planen. Sollte der Händler von sich aus Linux empfehlen, so möchte der Microsoft-Mitarbeiter hierfür die Gründe wissen. Die Entdecker der Mail halten sie für echt.

In England soll eine Mail aufgetaucht sein, in der ein Microsoft -Mitarbeiter von einem PC-Händler Informationen über Kunden anfordert, die den Einsatz vonLinuxauf dem Desktop planen. Sollte der Händler von sich aus Linux empfehlen, so möchte der Microsoft-Mitarbeiter hierfür die Gründe wissen. Die Redakteure des IT-Nachrichten-Magazins "The Register" die die Mail aufspürten, halten sie für echt.

Die Mail stammt angeblich von einem Microsoft-Manager und ist an einen Microsoft Certified/Channel Partner gerichtet.

Der Mail war ein Dokument angehängt, das der Vertragspartner ausfüllen und an Microsoft zurücksenden sollte (dieses Attachement lag den Redakteuren nicht vor).

Der Microsoft-Mitarbeiter interessierte sich besonders für PC-Händler, die den Vertrieb von Linux an ihre Kunden fördern: "Wenn Sie der Eine sind, der bei seinen Kunden für Linux wirbt, so sollten wir miteinander reden" (Zitat nach "The Register"). Immerhin zeigt der Vertreter des Redmonder Software-Riesen Verständnis dafür, dass der Händler bei Kunden, die gezielt nach Linux fragen, auf deren Wünsche reagieren müsse. Sollte jedoch der Händler von sich aus die Sprache auf das Open Source-System bringen, so möchte Microsoft die Gründe hierfür erfahren.

In dem Schreiben bezeichnet der Microsoft-Mitarbeiter Linux als Bedrohung nicht nur für "Microsofts Server Business", sondern auch als wachsende Bedrohung für den Desktop-Sektor. Microsoft benötige die Informationen des Händlers, um besser zu verstehen, "wo und wie wir Linux auf dem Desktop schlagen können" - so die Worte des Microsoft-Mitarbeiters. Dies sei nur durch die Informationen vom Händler oder direkt vom Kunden möglich.

Unklar ist, wie oft diese Mail verschickt wurde. Außerdem ist unbekannt, welcher Hierarchie-Ebene der Absender bei Microsoft angehört. Vielleicht handelt es sich um die Einzeltat eines Microsoft-Managers. Letztendlich ist aber auch nicht auszuschließen, dass die Mail eine gut gemachte Fälschung ist.

Aktuelle PC-WELT-Umfrage: Interessieren Sie sich für Linux?

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