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Internet-Kettenbrief ruft britische Regierung auf den Plan

06.02.2008 | 16:26 Uhr |

Eine in Großbritannien kursierende, Kettenbrief-artige Falschmeldung hat die britische Regierung veranlasst dazu eine Erklärung abzugeben. Dies ist wohl das erste Mal, dass eine Regierung einen Hoax kommentiert.

Im Vereinigten Königreich von Elisabeth II. kursiert seit einiger Zeit eine Falschmeldung, die Kettenbrief-artig per Mail und Instant Messenger sowie in Internet-Foren und sozialen Netzwerken verbreitet wird. Demnach soll der Holocaust angeblich aus den Lehrplänen britischer Schulen gestrichen werden. Der Grund dafür sei, dass man die Muslime nicht beleidigen wolle. Edward Balls, britischer Minister für Schule und Familie, hat nun den eher ungewöhnlichen Schritt unternommen dazu eine Erklärung abzugeben.

Der unbekannte Verfasser dieses Hoax mit dem Titel "Holocaust Ban" behauptet, die Behandlung des Holocaust, also der massenhaften Vernichtung jüdischer Bürger im so genannten Dritten Reich, im Schulunterricht solle aufgegeben werden. Man wolle somit nicht länger die Muslime beleidigen, die ja den Holocaust leugneten. Letztere Behauptung bezieht sich wohl vor allem auf entsprechende Äußerungen des iranischen Präsidenten.

Wie Minister Balls am Montag in einer Pressemitteilung klar gestellt hat, handelt es sich bei dem kursierenden Gerücht um eine Falschmeldung. Sie entbehre jeder faktischen Grundlage, erklärte Balls in einem Brief an die Medien sowie an Botschaften andere Länder in London. Er wolle diesem Unfug ein für alle Mal ein Ende setzen. Die Behandlung des Holocaust im Schulunterricht stehe nicht zur Disposition und dabei werde es auch bleiben.

Bemerkenswert an dieser Sache ist vor allem, dass ein Regierungsmitglied Stellung zu einem im Internet kursierenden Hoax nimmt. Das ist bislang noch nicht vorkommen. Mehr zum Thema Hoaxes sowie eine Liste in Deutschland kursierender Falschmeldungen finden Sie auf Hoax-Info.de .

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