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Hohe Telefongebühren drohen

09.07.2000 | 17:59 Uhr |

Vor einer drohenden Verteuerung der Telefongebühren auf dem Land warnt der Telekommunikations-Verband VATM. Die Telekom hatte beantragt, Telefonpreise für Gespräche von und nach Berlin von der Genehmigungspflicht auszunehmen. Die Folgen seien laut VATM Preisverfall in den Ballungsräumen und höhere Kosten für Telefonate auf dem Land.

Vor einer drohenden Verteuerung der Telefongebühren auf dem Land warnt der Telekommunikations-Verband VATM. Die Telekom hatte beantragt, Telefonpreise für Gespräche von und nach Berlin von der Genehmigungspflicht auszunehmen. Die Folgen seien laut VATM Preisverfall in den Ballungsräumen und höhere Kosten für Telefonate auf dem Land.

Bislang müssen die Telefonpreise von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post genehmigt werden. Die Telekom will das ändern. Ihr Argument: Im Berlin-Verkehr sei keine marktbeherrschende Stellung mehr gegeben. Telefonpreise für Gespräche von und nach Berlin im Geschäftskundenbereich sollten daher von der Genehmigungspflicht ausgenommen werden.

Wenn sich die Deutsche Telekom die Preise nicht mehr genehmigen lassen müsse, könne sie mit extrem günstigen Angeboten die Wettbewerber verdrängen, erklärte dazu Joachim Dreyer, Präsident der Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten. "Noch niedrigere durch die Telekom subventionierte Preise in der Stadt würden letztendlich von der Landbevölkerung finanziert werden."

Laut Dreyer werde der Wegfall der Missbrauchskontrolle einen starken Preisverfall in Ballungsräumen zur Folge haben und Telefongespräche auf dem Land würden damit erstmals und endgültig teurer. Seit der Marktöffnung vor zwei Jahren seien Ferngespräche bis zu 85 Prozent billiger geworden. Im Ortsnetz dagegen seien so Preissenkungen weitgehend verhindert worden. Hier besitze die Telekom praktisch immer noch ein Monopol, kritisierte Dreyer. (PC-WELT, 09.07.2000, dpa/ lmd)

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