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Hoffnung für T-Aktionäre

27.04.2001 | 11:38 Uhr |

Telekom-Chef Ron Sommer erwartet nach der bevorstehenden Übernahme der US-Mobilfunkfirma VoiceStream Wireless keinen übermäßigen Druck auf den Aktienkurs der Deutschen Telekom AG.

Telekom-Chef Ron Sommer erwartet nach der bevorstehenden Übernahme der US-Mobilfunkfirma VoiceStream Wireless keinen übermäßigen Druck auf den Aktienkurs der Deutschen Telekom AG. Die drohenden Verkäufe durch VoiceStream-Aktionäre nach Abschluss der Transaktion seien "zwar ein ernstes Thema". Dennoch müsse in der für den Kauf notwendigen Aktienausgabe "keine Gefahr, sondern eine Chance" gesehen werden, meinte Sommer in Frankfurt.

Am Mittwoch hatte die US-Kartellbehörde FCC (Federal Communications Commission) den Deal genehmigt. Die Aktionäre von VoiceStream und auch des US-Mobilfunkanbieters Powertel hatten die Transaktion zuvor ebenso abgesegnet. Auch Powertel wird von der Telekom übernommen.

Die Genehmigung durch die US-Aufsichtsbehörde wurde an Auflagen geknüpft. Die Telekom darf unter anderem auf von ihr dominierten internationalen Leitungen Wettbewerber ihrer neuen amerikanischen Töchter nicht diskriminieren. Zuvor hatte es starke politische Opposition in Washington gegeben, da sich der deutsche Telefonkonzern noch immer in Staatsbesitz befindet.

Sommer bezeichnete die Auflagen der FCC als "nicht nennenswert und normal". Die Übernahme bedarf zwar noch der Genehmigung einer weiteren US-Behörde. Der Telekom-Chef erwartet jedoch schon den kommenden Wochen endgültig grünes Licht. Sommer bezeichnete den Kauf von VoiceStream als "wichtigen Meilenstein für die Zukunft der Deutschen Telekom". Größte Herausforderung sei in den kommenden Jahren die "kulturelle Transformation" beider Gesellschaften.

Mögliche Parallelen zu den Problemen beim deutsch-amerikanischen Autoriesen DaimlerChrysler nach dem Zusammenschluss der beiden Konzerne sieht Sommer nicht. Die Telekommunikation sei grundsätzlich ein anderes Geschäft und verspreche enormes Wachstumspotenzial. "Wir sind da aber nicht naiv und wir wissen, dass es auch Probleme geben wird", schränkte Sommer ein.

Sommer versicherte, dass mit der Verschmelzung von Deutscher Telekom und VoiceStream kein Arbeitsplatzabbau verbunden sein werde. Derzeit beschäftigen die Bonner im Konzern weltweit rund 230.000 Mitarbeiter. VoiceStream kommt auf rund 9300 Beschäftigte. Einsparungen gebe es höchsten auf technologischem Gebiet. Ansonsten sollten sich vielmehr "die Ideen" beider Telekommunikationsanbieter künftig ergänzen und den Weg zu mehr Wachstum ebnen. (PC-WELT, 27.04.2001, dpa/ mp)

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