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Hörbuch-Automaten und Handy-Literatur: Die Buchmesse multimedial

Multimedia ist mittlerweile selbstverständlich. Deshalb gibt es auf der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr keinen eigenen Bereich mehr dafür. Auf der Ausstellung vom 19. bis zum 23. Oktober werden Lernprogramme für Kinder und digitale Lexika zwischen Bildbänden, Romanen und Atlanten aus Papier zu finden sein. "Die Buchmesse ist nach wie vor eine der größten Ausstellungsorte für multimediale Inhalte", sagt Holger Ehling, Pressesprecher der Buchmesse.

Mehr als 40 Prozent der 6700 Aussteller zeigen auf der Messe multimediale Produkte von CD-ROM und DVD bis hin zu Hörbüchern und Lernprogrammen. "Der Hörbuch-Boom beschert uns einen von Messe zu Messe größer werdenden Hörbuch-Gemeinschaftsstand", sagt Ehling. Im "Focus Forum Hören" zeigen rund 100 Aussteller ihre Hörbüch-Produkte. Sogar ein Automat, aus dem man Hörbücher wie eine Schachtel Zigaretten ziehen kann, soll präsentiert werden. Das Gastland Korea stellt zudem Hörbücher fürs Handy vor. Für die Besucher attraktiv sein dürften die vielen Hörstationen, an denen sie sich Hörbücher zu Gemüte führen können.

Beim Unternehmen Audible.de dreht sich ebenfalls alles um Hörbücher. Das wird auch weiterhin der Schwerpunkt bleiben. Doch die Firma mit Sitz in München arbeitet bereits an neuen Angeboten, die auch in Frankfurt zu sehen beziehungsweise zu hören sein sollen: Laut Geschäftsführer Arik Meyer läuft in den USA derzeit ein Versuch, bei dem die Artikel der "New York Times" als Audiobeitrag aufs Handy gebracht werden. Das geschieht automatisch, so dass der Nutzer nicht jede Ausgabe von neuem herunterladen muss.

Die Verbreitung von regelmäßig erscheinenden Publikationen in einer Audiofassung wäre auch in Deutschland denkbar. Auch das Thema Podcasting soll Meyer zufolge aufgegriffen werden. "Zudem werden wir ein Hörbuch-Konzept vorstellen, bei dem auch junge Talente - Sprecher und Schreiber - ein Chance haben", erklärt Meyer. Details werden vor der Messe jedoch nicht verraten.

Wie in den vergangenen Jahren werden sich auf der Buchmesse in diesem Jahr wieder viele Verlage präsentieren, die sich auf multimediale Angebote für Kinder spezialisiert haben. Tivola aus Berlin ist eines dieser Unternehmen. Besonders wichtig ist bei Tivola laut Pressesprecherin Claudia Hollingshausen der Start der so genannten Bildschirmbücher auf DVD. Das sind abgefilmte Bilderbücher, die von Sprechern vorgelesen werden. "Diese neue Art des Bilderbuchs ist bereits für Kinder ab drei Jahren geeignet", sagt Hollingshausen. Tivola startet die Reihe mit fünf Titeln, darunter Janoschs "Oh, wie schön ist Panama".

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