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Hochleistungs-Rechner aus "Elektroschrott" gebaut

25.10.2001 | 14:05 Uhr |

Französische Wissenschaftler gingen einen ungewöhnlichen Weg beim Recycling von ausgedienten Alt-Rechnern. Sie bauten aus 225 nicht mehr ganz aktuellen Hewlett-Packard-Rechnern einen "I-Cluster", einen Hochleistungsrechner, der in der Top500 der stärksten Großrechner der Welt immerhin Platz 385 belegt.

Französische Wissenschaftler gingen einen ungewöhnlichen Weg beim Recycling von ausgedienten Alt-Rechnern. Sie bauten aus 225 nicht mehr ganz aktuellen Hewlett-Packard-Rechnern einen "I-Cluster", einen Hochleistungsrechner, der in der Top500 der stärksten Großrechner der Welt immerhin Platz 385 belegt. Dies berichtet unser Schwestermagazin Computerwoche in Ausgabe 43/2001.

Es waren Wissenschaftler des französischen IT-Forschungsinstituts Inria , die zusammen mit Experten von Hewlett-Packard diesen ungewöhnlichen Schritt wagten. Bei den ausgedienten HP-Rechnern handelte es sich um Geräte der Baureihe ePC, die mit handelsüblichen Komponenten wie Pentium-3 733 Megahertz-CPUs, 256 Megabyte Arbeitsspeicher und 15-Gigabyte-Festplatten ausgestattet sind. Die Wissenschaftler begannen ursprünglich mit 100 dieser Rechner und steigerten die Zahl der zum I-Cluster zusammen geschlossenen PCs auf 225. Diese wurden baulich nicht verändert, sondern nur perEthernetvernetzt. Das ganze Projekt schlug mit insgesamt 210.000 Dollar zu Buche (ohne die Kosten für die Netzwerkkabel).

Als Betriebssystem wählten die Hightech-Bastler die Linux-Distribution von Mandrake . Ende September 2001 ging der Super-Rechner mit einer Leistung von 81,6 Gigaflops ans Netz und belegte auf Anhieb Rang 385 der Hitliste der weltstärksten Rechner.

Ein Problem bei Cluster-Rechnern sind Ausfälle von Hardwarekomponenten. Defekte PCs sollen sich im I-Cluster innerhalb von zwölf Minuten austauschen lassen. Die dafür entwickelten Tools will Hewlett-Packard alsOpen-Source-Software veröffentlichen.

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