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Xbox 360, Playstation 3 & Wii im Greenpeace-Test

20.05.2008 | 11:46 Uhr |

Ob Nintendos Wii, Sonys PlayStation 3 oder Microsofts Xbox 360 - die drei populären Spielekonsolen haben eines gemeinsam: Sie enthalten laut Greenpeace hochgiftige Komponenten, die Krebs hervorrufen und das Erbgut schädigen können. Diese Chemikalien sind bei Kinderspielzeug verboten, weil Spielekonsolen aber nicht also Spielzeug eingestuft werden, dürfen Brom, Beryllium und Weichmacher in Xbox und Konsorten verwendet werden.

Spielekonsolen sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch, in immer mehr Wohnzimmern und Kinderzimmern gehören Xbox 360, Wii und Playstation 3 zur Ausstattung. Grund genug für die Umweltschutzorganisation Greenpeace, je eine Nintendo Wii, eine Sony PlayStation 3 und eine Microsoft Xbox 360 aufzuschrauben und im Labor auf giftige Inhaltsstoffe zu untersuchen. Das Ergebnis der Untersuchung liest sich wie eine Horrorliste: Die Spielekonsolen sind voll mit Gift.

Unter anderem fanden die Wissenschaftler Beryllium, das verschiedene Krebsarten hervorrufen kann, insbesondere dann, wenn es eingeatmet wird. Auch das hochgiftige Brom wurde in den digitalen Freizeitgeräten nachgewiesen, besonders in Platinen, Schaltkreisen und in Gehäusen. Bei Menschen kann eingeatmetes Brom Atemnot und Lungenschäden hervorrufen. Zudem stellten die Wissenschaftler größere Mengen von Weichmachern (Phthalate) fest, die als frucht- und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft werden. Aus diesem Grund wird in Europa in (Klein)-Kinderspielzeug auf Weichmacher weitgehend verzichtet, generell verboten sind Weichmacher allerdings noch nicht dauerhaft .

In der mit Playing Dirty überschriebenen englischsprachigen Greenpeace-Studie wird allerdings genau zwischen den einzelnen Konsolen unterschieden. Denn nicht in allen Konsolen befinden sich die gleichen Gifte in den gleichen Konzentrationen. In Nintendos Wii konnte zum Beispiel in den elektrischen Kontakten kein Beryllium nachgewiesen werden. Auch PVC und Weichmacher waren nur in geringen Konzentrationen vorhanden, Brom dagegen fanden die Forscher mehrfach in hohen Konzentrationen in der Wii.

Sonys Playstation wiederum war weitgehend Brom-frei, Microsofts Xbox 360 hatte deutlich weniger Brom in seinen Gehäusebestandteilen. Sowohl bei der Playstation als auch bei der Xbox fanden die Wissenschaftler dagegen viele Weichmacher.

Das führt zu einem kuriosen Fazit: Wenn sich jeder Hersteller bei den Konkurrenten abschauen würde, auf welche giftigen Inhaltsstoffe dieser bei seiner Konsole verzichtet und das dann bei seiner eigenen Konsole konsequent umsetzen würde, dann könnten die Daddelboxen insgesamt deutlich harmloser und weniger giftig werden. Technisch möglich wäre das also, der Umsetzung steht vermutlich wie immer die Kostenfrage entgegen.

Würden die Spielekonsolen als Spielzeug eingestuft, so dürften sie in der EU aufgrund der Umwelt- und Gesundheitsschutzbestimmungen für Spielzeug nicht verkauft werden, wie Greenpeace betonte.

Greenpeace veröffentlicht übrigen seit einiger Zeit ein Ranking, das die Umweltverträglichkeit großer IT- und Elektronikunternehmen abbildet. Sony ist darauf ganz gut platziert, Microsoft befindet sich dagegen auf dem drittletzten Platz. Und Nintendo? Ist Letzter!

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