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Hinrichtung live im Internet?

07.04.2001 | 14:05 Uhr |

Die amerikanische Website Entertainment Network (ENI) hat die Regierung der USA verklagt. Grund der Klage ist die Hinrichtung des Oklahoma-Attentäters Timothy McVeigh, die ENI live via Internet übertragen möchte. Eni beruft sich dabei auf die "Redefreiheit" und das große öffentliche Interesse.

1995 erschütterte das Bombenattentat von Oklahoma, bei dem 168 Menschen ums Leben kamen, die ganze Welt. Der Täter, Timothy McVeigh, wurde zum Tode verurteilt. Am 16. Mai soll McVeigh hingerichtet werden.

Die amerikanische Website Entertainment Network (ENI) möchte die Vollstreckung des Urteils live im Internet übertragen. Mit dieser Absicht liegt sie jedoch mit der amerikanischen Regierung im Streit, die derartige Übertragungen als "reine Sensationsmache" ansieht. Aus diesem Grund hat ENI jetzt Klage eingereicht.

Als Begründung gibt das Unternehmen an, dass die "Redefreiheit" gewahrt werden müsse und großes öffentliches Interesse an der Hinrichtung bestehe. Das Bundesamt für Gefängnisse hatte bereits am 26. März eine Übertragung der Exekution abgelehnt.

Laut ENI soll verhindert werden, dass die Übertragung von Kindern gesehen wird. Zu diesem Zweck wurden Kooperationen mit Unternehmen wie Cyberpatrol und SurfWatch vereinbart, die Software zur Kindersicherung vertreiben. ENI plant jedem Besucher, der die Hinrichtung live verfolgt, 1,95 Dollar in Rechnung zu stellen, die gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden sollen.

ENI ist bisher hauptsächlich für Spanner-Websites bekannt. (PC-WELT, 07.04.2001, lb)

Homepage von Entertainment Network

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