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Hilfe, mein CEO hat ein iPhone

24.07.2007 | 11:48 Uhr |

Was die IT-Abteilung beachten muss, wenn die Mitarbeiter das Apple-Gerät in das Unternehmensnetz einklinken wollen.

In den vergangenen drei Wochen haben in den USA Hunderttausende von iPhones reißenden Absatz gefunden. Das wird hierzulande nicht viel anders sein, wenn das Gerät in wenigen Monaten auf den deutschen Markt kommt. Folglich stehen die Chancen ganz gut, dass die eine oder andere IT-Abteilung früher oder später dringend gebeten wird, dem Gerät den Zugriff auf das Unternehmensnetz zu ermöglichen.

Viele CIOs dürfte diese Aussicht skeptisch stimmen. Haben sie den iPhone-Anbieter Apple doch bislang erfolgreich in die Consumer-Ecke verbannt (lesen Sei dazu auch den " Reality Check" ). Aber aufgrund seiner Form und Funktion wird dieses revolutionäre Stück Technik mit Sicherheit einige Mitglieder im Management-Team für sich einnehmen. Und auch ohne dass das iPhone in den Beschaffungsplänen des Unternehmens irgendwo auftaucht, könnten diese Leute verlangen, dass die IT-Abteilung seine Tauglichkeit für die Unternehmenskommunikation evaluiert.

Egal, ob das iPhone nun Unternehmenseigentum ist oder doch von den Mitarbeitern eingeschleppt wurde - Sie müssen nicht verzweifeln. Wenn Sie fünf einfache Tipps beherzigen, könnten Sie am Ende sogar zu der Erkenntnis gelangen, dass das iPhone nicht nur Ihren CEO und/oder Ihre Kollegen glücklich macht, sondern auch Ihnen zumindest nicht Schlaf rauben wird.

Das iPhone verfügt über eine Lock-Funktion. Wenn die Nutzer auf Unternehmensinformationen zugreifen wollen, dann sorgen Sie dafür, dass diese Funktion genutzt wird. So kann wenigstens nicht jeder die möglicherweise unternehmenskritischen E-Mails lesen, falls das iPhone doch einmal verloren geht oder gestohlen wird. Bei der Auslieferung befindet sich der Passcode im "Off"-Modus, aber er lässt sich leicht einschalten: Gehen Sie zu "Settings->General->Passcode Lock" und bitten Sie den Anwender, eine vierstellige, leicht zu merkende Ziffernfolge einzugeben. Das ist nicht Fort Knox, aber auch nicht schlechter als die Sperrung eines Blackberry-Geräts, und es wird die meisten Angriffsversuche abwehren. Darüber hinaus sollten Sie die "Sleep Time" auf einen möglichst kurzen Wert, beispielsweise eine Minute, einstellen. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern spart auch Batterie (mehr zum Thema Sicherheit unter: " Kommunikationstalent mit Schwachstellen ")

Eine chicke Schutzhülle gibt es schon für 20 Dollar – eine Investition, die sich lohnt. Erinnern Sie die Mitarbeiter, die ihr iPhone nicht selbst bezahlt haben, daran, dass sie ein ziemlich zerbrechliches, rund 600 Dollar teures Gerät mit sich herumtragen. Diese Kostbarkeit trennt nur ein winzigen Ausrutscher oder ein Tropfen Wasser von der Wertlosigkeit – oder aus Sicht des CIO: von all dem Papierkram und Konfigurierungsaufwand für eine Ersatzbeschaffung.

Nehmen Sie sich die paar Minuten Zeit für das Set-up und die Erläuterung der " Visual Voice Mail ". Damit ersparen Sie sich viele Anfrufe der stolzen iPhone-Besitzer. Wie wichtig die Priorisierung von Voice-Mails ist, wird erst deutlich, wenn einmal eine ganze Reihe von Anrufen nicht beantwortet wurde. Visual Voice Mail stellt die vom Anrufer aufgesprochenen Nachrichten wie E-Mails dar, so dass der Nutzer die wichtigen herauspicken und zuerst beantworten kann. Dieses Feature ist – aus Business-Sicht – wohl einer der wichtigsten Vorteil des iPhone vor dem Blackberry. Also sehen Sie zu, dass Gebrauch davon gemacht wird.

SaaS-Anwendungen (Software as a Service), beispielsweise von Salesforce.com , nutzen die Ajax-fähigen Browser-Funktionen, die das iPhone seinen Konkurrenten voraus hat Von daher vertragen sie sich gut mit dem Einsatz des Apple-Geräts (siehe auch "iPhone wird zum Business-Tool" ). Helfen Sie den Anwendern, und speichern Sie die benötigten URLs in den Bookmarks des "Safari"-Browser – gesetzt den Fall, da sind sie nicht schon über die Bookmark-Synchronisation von iTunes gelandet.

Fazit

Sie brauchen sich wirklich nicht vor dem iPhone zu fürchten. Sicher, das wird eine ziemlich teure Angelegenheit! Apple dürfte Ihrem Unternehmen wohl kaum Discounts, spezielle Servicevereinbarungen oder andere Privilegien anbieten, die Privatanwender nicht bekommen. Das hat der Anbieter auch nicht nötig. Das iPhone ist in jedem Fall ein verführerisches kleines Ding, unglaublich einfach zu aktivieren, zu installieren und zu benutzten. Einige von Ihren Kollegen und Anwendern dürften das bald aus Erfahrung bestätigen. Und das bedeutet, dass Sie es über kurz oder lang auch tun werden.

Haben Sie einen Exchange-Server oder eine andere via Web erreichbare Mail-Kalender-Adressbuch-Anwendung im Einsatz? Aber sicher doch! Dann vereinfachen Sie den Zugriff für die iPhone-Nutzer. Der einfachste und sicherste Weg dazu ist der, den Webmail-Server als Bookmark im Safari-Browser abzulegen. Damit erhält der Anwender im Prinzip dasselbe Inteface – wenn auch in etwas abgespeckter Form – wie bei jedem Zugriff von einem fremden Computer. Er muss sich also nicht erst umgewöhnen.

Dieser Artikel stammt von Computerwoche.de.

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