140710

High-Tech-Industrie zieht positive CeBIT-Zwischenbilanz

Die wieder erstarkte High-Tech-Industrie sieht die Trendwende der Branche durch die weltgrößte Computermesse CeBIT bestätigt. Der Investitionsstau in den Unternehmen löse sich auf, die Firmen investierten wieder in neue IT-und Kommunikationsanwendungen, sagte der Vizepräsident des Branchenverbandes BITKOM, Heinz Paul Bonn.

Die wieder erstarkte High-Tech-Industrie sieht die Trendwende der Branche durch die weltgrößte Computermesse CeBIT bestätigt. Der Investitionsstau in den Unternehmen löse sich auf, die Firmen investierten wieder in neue IT-und Kommunikationsanwendungen, sagte der Vizepräsident des Branchenverbandes BITKOM, Heinz Paul Bonn, am Sonntag in Hannover zur CeBIT-Halbzeit. Die Aussteller seien mit den ersten drei Messe-Tagen sehr zufrieden. Die CeBIT dauert noch bis Mittwoch (16.3.).

Die Besucherzahl liegt bisher mit "deutlich mehr" als 200.000 bisher auf dem Niveau des Vorjahres, wie Messe-Vorstandsmitglied Ernst Raue sagte. Massiv gestiegen ist die Zahl der Gäste aus Asien, und zwar um 35 Prozent auf 16 000. Dagegen kamen weniger Besucher aus dem Inland.

Nach drei mageren Jahren war die High-Tech-Industrie in Deutschland 2004 wieder auf Wachstumskurs gegangen. Im laufenden Jahr erwartet der BITKOM ein Plus von 3,4 Prozent, 2006 ein Wachstum von 3,1 Prozent auf knapp 140 Milliarden Euro. Nach einer Entlassungswelle in den vergangenen Jahren will die Branche im laufenden Jahr wieder neue Jobs schaffen, und zwar rund 10 000. Der BITKOM hatte allerdings wiederholt beklagt, die Politik bremse mit neuen Abgaben das Wachstum der Branche.

SAP-Chef Henning Kagermann sagte dagegen am Rande der CeBIT in einem dpa-Gespräch, Europas größter Softwarekonzern fühle sich in Deutschland in seiner unternehmerischen Freiheit nicht durch
bürokratische Hindernisse eingeschränkt. "Die Regierung legt uns keine Steine in den Weg."

Kagermann sagte aber zudem, der Hemmschuh für mehr Einstellungen sei das Lohnniveau in Deutschland. Der SAP-Chef hatte zum Jahresbeginn angekündigt, in diesem Jahr 600 neue Stellen im heimischen Markt zu schaffen. "Ich könnte noch doppelt so viele Mitarbeiter einstellen", betonte der Vorstandschef. SAP ist der Weltmarktführer für betriebswirtschaftliche Standardsoftware.

SAP ist neben dem Software-Giganten Microsoft, dem Internetauktionshaus eBay sowie anderen Unternehmen und Verbänden an der Ende Januar gegründeten Initiative "Deutschland sicher im Netz" beteiligt. Deren Ziel ist es, Computer-Anwender besser vor Sicherheitsproblemen und Kriminalität im Internet zu schützen.

Nicht auf der CeBIT, sondern vor den Toren der Messe protestierten am Samstag rund 300 IBM-Beschäftigte. Sie demonstrierten gegen die geplante Schließung von zwei Betriebsstätten in Hannover und Schweinfurt. IBM wolle die beiden Betriebsstätten der Tochter Business Services mit insgesamt rund 600 Beschäftigten dicht machen, obwohl das Unternehmen zuletzt mehr Gewinne gemacht habe, kritisierte ein Betriebsrat. Nach Gewerkschaftsangaben sind von der für 30. September geplanten Schließung in Hannover 270 Beschäftigte, in Schweinfurt 330 betroffen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
140710