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Hewlett-Packard verkauft keine Ipods mehr

Hewlett-Packard steigt zum September aus dem Vertrieb von Apples erfolgreichem Musik-Player Ipod aus.

Hewlett-Packard steigt zum September aus dem Vertrieb von Apples erfolgreichem Musik-Player Ipod aus. Der Verkauf des Ipod passe nicht in die Strategie des Unternehmens für digitale Unterhaltungsmedien, teilte HP am Wochenende mit.

Die Aufkündigung der Partnerschaft dürfte für beide Parteien nur einen geringen finanziellen Effekt haben, schätzte das "Wall Street Journal" am Montag in seiner Online-Ausgabe. Im Schnitt habe HPs Vertrieb des Musik-Players fünf Prozent der Ipod-Absätze ausgemacht, mit denen Apple einen Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar im vergangenen Quartal erzielte. Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg waren die HP-Ipods zuletzt mit acht Prozent an den insgesamt im abgelaufenen Quartal verkauften 6,2 Millionen der Geräte beteiligt.

Die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina hatte die Kooperation im Januar 2004 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas gemeinsam mit Apple-Chef Steve Jobs angekündigt. Sie sollte Teil einer neuen Strategie des weltgrößten Drucker-Herstellers im Bereich digitaler Unterhaltungsgeräte sein. Branchenbeobachter hatten sich allerdings von der neuen Partnerschaft zunächst überrascht gezeigt, da sie darin eine Abfuhr für den langjährigen HP-Partner Microsoft sahen.

Hewlett-Packard habe vom Verkauf der Ipods kaum profitiert, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf dem Unternehmen nahe stehende Personen. Apple wiederum habe sich über die Partnerschaft Zugang zu einem großen Netzwerk von Einzelhändlern verschaffen können. Der Zeitung zufolge darf Hewlett-Packard auch nach Beendigung der Kooperation noch ein Jahr lang keine mit Apples Ipod konkurrierenden MP3-Player selbst entwickeln oder vertreiben.

Mit der Aufkündigung der Kooperation macht der neue HP-Chef Mark Hurd eine weitere strategische Entscheidung seiner Vorgängerin Carly Fiorina rückgängig. Zuletzt hatte Hurd die von Fiorina erst zu Beginn des Jahres zusammengeführten Unternehmensbereiche Personal Computer und Drucker wieder in zwei separate Geschäftseinheiten aufgeteilt. Vor rund zehn Tagen kündigte das Unternehmen an, insgesamt 14.500 Stellen zu streichen (rund zehn Prozent der Belegschaft), um Kosten zu senken.

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