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Rekrutierungskampagne für Geldwäscher

18.01.2011 | 16:47 Uhr |

Online-Kriminelle suchen Mittäter nicht nur per Spam-Mail sondern auch über Instant Messenger und in Facebook. Der Personalbedarf ist hoch, denn es dauert meist nicht lange, bis die Helfershelfer aus dem Verkehr gezogen werden.

Online-Kriminelle machen Millionengewinne mit Scareware, Kreditkartenbetrug, Datendiebstahl und Plünderung von Bankkonten. Das ergaunerte Geld muss gewaschen werden, um die Spuren zu verwischen. Dazu dienen so genannte "Money Mules" – bis dahin unbescholtene Bürger, die für eine Prämie das Geld entgegen nehmen und weiter leiten sollen.

Dmitry Bestuzhev berichtet im Blog des Antivirusherstellers Kaspersky Lab über eine breit angelegte Rekrutierungskampagne für solche Geldwäscher, die er kürzlich beobachtet hat. Über gehackte Mail-Konten werden Mails Spam-artig verbreitet, in denen Jobs als "Finanzagenten", "AuBendienstvertreter" oder "Manager-Kassierer" in Heimarbeit angeboten werden.

Eine zweite Rekrutierungswelle ist per Instant Messenger über MSN (Windows Live Messenger) erfolgt. Auch hierbei sind gehackte Benutzerkonten verwendet worden. Die dritte Welle besteht in einer Kampagne auf Facebook. Hier hat Bestuzhev Jobangebote speziell an Spanisch sprechende Gruppen entdeckt, es gibt sie jedoch auch in anderen Sprachen.

Schließlich hat Bestuzhev auf ansonsten legitimen Websites auch noch Werbebanner mit Links zu den gleichen Rekrutierungsseiten entdeckt, die auf Facebook verlinkt sind. Hier werden "shocking news" über Hausfrauen versprochen, die 4000 Dollar im Monat nebenbei verdienen.

Sollten die angeworbenen Geldwäscher bislang meist ihre Bankkonten zum Empfang des weiter zu leitenden Geldes benutzen, haben Online-Kriminelle inzwischen auch andere Wege gefunden. Die Helfershelfer erhalten gestohlene Kreditkarten, sollen damit Geld abheben und dieses (wie auch beim klassischen Modell) per Bargeldtransfer weiter senden.

Allen Jobangeboten dieser Art ist gemeinsam, dass sich die angeworbenen Geldwäscher strafbar machen. Sie werden in aller Regel schnell erwischt und müssen sich vor Gericht verantworten. Auf Nachsicht dürfen sie heute nicht mehr rechnen. Zusätzlich zur Strafe müssen sie auch noch Schadenersatz an die Banken zahlen. Wer verzweifelt genug ist, um solche Jobangebote anzunehmen, gerät also schnell in eine noch schlimmere Situation.

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