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eBay verzögert PayPal-Zwangseinführung

17.06.2008 | 12:18 Uhr |

Die australische Wettbewerbsbehörde hat die Einführung des PayPal-Zwangs auf der australischen eBay-Plattform verzögert. Das Auktionshaus hat im April Pläne bekannt gegeben, dass ab heute neben der Barzahlung von Artikeln nur mehr die Überweisung via PayPal erlaubt sein soll.

Nach Veröffentlichung dieser Informationen nahm die Australien Competition and Consumer Commission ( ACCC ) ihre Arbeit auf und bat um Stellungnahmen von Banken sowie von Nutzern. In einer nun veröffentlichten Aussendung empfiehlt die Behörde dem Online-Versteigerer, den PayPal-Zwang noch einmal zu überdenken.

eBay Australien hat bereits reagiert und die definitive Einführung der verpflichtenden PayPal-Nutzung auf den 15. Juli verschoben, wie das australische Branchenportal AustralianIT berichtet. Die ACCC führt als Begründung der Empfehlung an, dass die alleinige Verwendung von PayPal zu weniger Wettbewerb im Bereich von Onlinezahlungsmethoden führen würde. Die befragten Interessensgruppen hätten sich gegen ein derartiges Vorgehen seitens eBays ausgesprochen. So begründeten Bankinstitute ihre negative Stellungnahme damit, dass die Gebühren für eine normale Banküberweisung deutlich niedriger liegen würden als jene bei PayPal. Ebenfalls ablehnend stehen dem Vorhaben laut ACCC auch die eBay-Nutzer gegenüber.

eBay begründete den Schritt mit der Verbesserung des Betrugsschutzes von eBay-Käufern. Als Argument wird der Käuferschutz angeführt, mit dem Zahlungen über den eBay-eigenen Dienst bis zu einem Wert von 20.000 Australischen Dollar (12.162 Euro) abgesichert sind. Die Wettbewerbsbehörde erkennt zwar an, dass die PayPal-Nutzung für die Verbraucher mit einigen Vorteilen verbunden ist, hält aber gleichzeitig fest, dass User selbst am besten wissen, welche Zahlungsvariante am ehesten zu ihrer Transaktion passen würde. eBay will dennoch an der PayPal-Pflicht festhalten und hat angekündigt, die Behörde in den kommenden Wochen von den Vorzügen des Schrittes noch überzeugen zu wollen.

Kritiker sind der Überzeugung, dass das PayPal-Modell in Australien Vorbildcharakter hat, denn ähnliche Tendenzen sind auch auf anderen eBay-Marktplätzen zu erkennen. Selbst in Deutschland hat man entgegen dem ursprünglichem Dementi gegenüber pressetext wenige Wochen nach der australischen Ankündigung, eine PayPal-Verpflichtung angekündigt. Diese trifft jedoch nur Verkäufer, die von eBay als potenziell unseriös eingestuft werden. (pte)

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