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Hat Linux den Kampf um den Desktop schon verloren?

08.10.2001 | 14:38 Uhr |

Linux-Websites werben in der Regel für ihr Betriebssystem. Das liegt in der Natur der Sache. Ungewöhnlich ist es jedoch, wenn eine Website der Linux-Community die Gründe nennt, warum Linux "den Desktop-Krieg" verlieren wird. Genau dies macht die deutschsprachige Website Pro-Linux.

Linux-Websites werben in der Regel für ihr Betriebssystem. Das liegt in der Natur der Sache. Ungewöhnlich ist es jedoch, wenn eine Website der Linux-Community die Gründe nennt, warum Linux "den Desktop-Krieg" verlieren wird. Genau dies macht die deutschsprachige Website Pro-Linux

Pro-Linux stützt sich auf einen Artikel von Russ Mitchell in der neuesten Ausgabe des Wired-Magazins . Mitchell ist ein ehemaliger Mitarbeiter des weltweit führenden Linux-Distributors Red Hat. Online ist dieser Artikel Pro-Linux zufolge vermutlich ab dem 16. Oktober verfügbar.

Die provokante Grundthese des Wired-Beitrags: Der Kampf um den Desktop ist bereits verloren, alle weiteren Anstrengungen von Linux, Windows das Wasser abgraben zu wollen, seien vergebens.

Mitchell zufolge fehle der Linux-Community der Überblick über wirtschaftliche Strategien. Das Anrennen gegen die marktbeherrschende Position von Microsoft erscheint dem Ex-Red Hat-Mann aussichtslos. Dies sei eine sinnlose "Freizeitbeschäftigung", bei der hochqualifizierte Linux-Experten ihre Ressourcen verschwenden würden. Deren Einsatz und Know-how würde bei der Weiterentwicklung von Linux für den einzigen erfolgversprechenden Sektor fehlen: für den Serverbereich.

Mitchell macht dies anhand von Zahlen fest. Während Linux auf dem Desktop-Sektor mit gerade einmal 1,5 Prozent vertreten sei, konnte es im Jahr 2000 im Serverbereich bereits 27 Prozent Marktanteil verbuchen - und dieser Anteil steigt weiter. Hier sollten sich seiner Meinung nach die Linux-Experten engagieren und nicht auf dem Desktop-Sektor.

Ein weiterer Punkt: Die großen Software-Hersteller wie Adobe und Macromedia bieten ihre Produkte nicht für Linux an. Gerade die Einstellung vieler Linux-Benutzer, das alle kostenlos sein muss, schreckt kommerzielle Software-Produzenten ab. Mitchell hält es somit durchaus für akzeptabel, wenn Software-Produkte Linux zur Verfügung gestellt werden, ohne Open Source zu sein, wie im Fall der Nvidia-Treiber.

Linux am Abgrund (PC-WELT Online, 21.09.2001)

Horcht Microsoft Händler aus? (PC-WELT Online, 27.09.2001)

PC-WELT: Linux

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