Harte Strafe für Raubkopien

Kino.to-Chef muss für 4,5 Jahre ins Gefängnis

Donnerstag den 14.06.2012 um 13:37 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Kino.to-Chef muss für 4,5 Jahre ins Gefängnis
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© iStockphoto.com/Ivan Fisun
Das Landgericht Leipzig hat den Gründer des illegalen Film-Streaming-Portals kino.to zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Strafmildernd wirkte sich das umfassende Geständnis des Angeklagten aus.
Kino.to war eine Zeitlang das meistbesuchte Film-Streaming-Portal Deutschlands und eine der am meisten geklickten deutschsprachigen Webseiten überhaupt. Der Grund für die enorme Beliebtheit von kino.to: Dort konnte man kostenlos die aktuellsten Kino-Blockbuster genießen. Aber auch beliebte TV-Serien lagen auf den Streaming-Servern von kino.to bereit. Allesamt ohne Erlaubnis der Macher beziehungsweise der Rechteinhaber, es handelte sich also um Raubkopien.

Finanziert wurde das Raubkopienverbreitungs-Projekt durch die eingeblendete Werbung, die kino.to-Macher verdienten Millionen Euro . Im Juni 2011 schlug die Polizei dann zu. Sie verhaftete die Betreiber und nahm die Seite vom Netz. Ein flüchtiger Komplize wurde erst im November 2011 festgenommen.

Zunächst wurden einige Helfer von Dirk B., dem Gründer von kino.to, verurteilt; ein Programmierer musste für fast vier Jahre hinter Gitter. Ein Administrator von kino.to wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Das harte Vorgehen der Justiz hatte Rache-Attacken von Hackern gegen die Webseite des Bundesjustizministeriums zur Folge.

Zuletzt fällt das Leipziger Landgericht dann aber das Urteil für den Hauptangeklagten: Der 39 Jahre alte Dirk B. hatte zuvor ein umfassendes Geständnis abgelegt . Das berücksichtigte das Gericht bei der Festlegung der Strafe strafmindernd und schickte den Angeklagten, einen gelernten Fußbodenleger, für vier Jahre und sechs Monate Haft hinter Gitter, wie die Leipziger Volkszeitung berichtet.

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Donnerstag den 14.06.2012 um 13:37 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (7)
  • X.MAN 22:18 | 14.06.2012

    Zitat: tempranillo
    Oops, wusste ich nicht. Welche einschlägigen Vorstrafen hat er denn?


    Er hatte was mit Saugstube zu schaffen... :wegmuss:

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  • tempranillo 22:14 | 14.06.2012

    Zitat: Scasi
    > Es handelt sich um einen "Ersttäter".
    Du irrst
    .


    Oops, wusste ich nicht. Welche einschlägigen Vorstrafen hat er denn?

    da sie zwar weniger hohe Strafen erhalten haben, dafür aber wirklich einsitzen ...

    Ok, da spielen aber andere Kriterien eine Rolle. Letztendlich könnten wir das nur beurteilen, wenn wir im Prozess gesessen hätten.

    Nur wer im Großen Stiel illegal handelt kommt günstig davon.

    Jo, vox populi, blabla.

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  • zwilling 19:42 | 14.06.2012

    Ich bin gespannt, wie viel Assange für sein geplatztes Kondom bekommt!

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  • ohmotzky 19:27 | 14.06.2012

    Was lernt man daraus?
    Nur wer im Großen Stiel illegal handelt kommt günstig davon.

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  • Scasi 19:04 | 14.06.2012

    > Es handelt sich um einen "Ersttäter".

    Du irrst!

    und nein, ich mag (und kann auch nicht) beurteilen, was in dem Fall angemessen wäre, aber "hart" ist sie nach meinem persönlichen Empfinden nicht - da kamen andere Beteiligte weniger "glimpflich" davon, da sie zwar weniger hohe Strafen erhalten haben, dafür aber wirklich einsitzen ...

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