29.05.2010, 14:21

pte

Hardware

"100-Dollar-Laptop" bekommt Marvell-Design

Das IT-Entwicklungshilfeprojekt One Laptop per Child (OLPC) hat eine Partnerschaft mit dem Halbleiterunternehmen Marvell angekündigt.
Geplant ist eine Reihe bildungsorientierter Tablets, die laut OLPC rechtzeitig zur Consumer Electronics Show (CES) Anfang 2011 präsentiert werden. Marvell zufolge werden diese Geräte deutlich stromsparender ausfallen als der XO-1. Der ursprüngliche "100-Dollar-Laptop", der für das deutliche Verfehlen seines Preisziels in der Kritik stand, soll vom neuen Tablet auch preislich klar geschlagen werden. Die Basis bildet zunächst Marvells 99-Dollar-Referenzdesign "Moby", doch bis 2012 will die OLPC-Organisation auch ihre ursprüngliche XO-3-Vision umsetzen. Projektgründer Nicholas Negroponte spricht einmal mehr von einem 75-Dollar-Preisziel.
Die XO-Tablets auf Moby-Basis werden Marvell zufolge nur ein Watt Leistung aufnehmen, was rund ein Fünftel des XO-1-Verbrauchs ist. Dabei verspricht das Referenzdesign immerhin Features wie 1080p-Videoplayback und leistungsfähige 3D-Grafik. Beim IT-Entwicklungshilfeprojekt hat man indes offenbar aus den teils heftigen Negativreaktionen auf die Windows-Pläne aus dem Jahr 2008 gelernt. Jedenfalls wird versichert, dass die neuen Geräte mit Linux und auch der Lernoberfläche Sugar ausgeliefert werden.
Bei der Entwicklung wird unter anderem darauf gesetzt, dass Marvell das Moby-Design bereits an Schulen in Washington, D.C. erprobt. Die geplanten XO-Tablets werden dem Unternehmen zufolge darauf ausgelegt sein, dass Nutzer leicht eigenen Content wie beispielsweise neue Lernprogramme schaffen und auch mit anderen Interessenten teilen können.
Der XO-1 hatte damit zu kämpfen, dass die Herstellungskosten des vermeintlichen 100-Dollar-Laptops letztendlich bei 188 Dollar lagen. Dennoch verlautbart das OLPC-Projekt auch diesmal ein ambitioniertes Preisziel. Die für die CES 2011 vorgesehen Geräte sollen "nächstes Jahr für unter 100 Dollar verfügbar" werden. Nicholas Negroponte meint gegenüber der Network World sogar, dass 75 Dollar problemlos möglich seien. Diesen Preis nannte er freilich bereits Anfang 2009 für das XO-2, das letztlich nie realisiert wurde.
(pte)
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