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G Data gibt Entwarnung

Viren stellen für Smartphones nur eine geringe Gefahr dar. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung, die vom Bochumer IT-Antivirus-Spezialisten G Data durchgeführt wurde. Die Virengefahr werde von Security-Herstellern bewusst übertrieben, um die Verbreitung ihrer Sicherheitslösungen anzutreiben.

Die Angst vor Virusinfektionen von Smartphones ist unbegründet. Nach einer Auswertung des Gefahrenpotenzials für das iPhone und Symbian-Smartphones kamen die Experten der G Data Security Labs zu dem Schluss, dass die Gefahr durch Viren auf dem Handy verschwindend gering ist. Das hat mehrere Gründe.

So sind Smartphones für die Malware-Industrie kein lohnendes Ziel. Es sei zwar nicht von der Hand zu weisen, dass Online-Kriminelle stets auf der Suche nach neuen Einnahmequellen sind, jedoch steht der Aufwand für die Entwicklung von Handy-Viren für professionelle Malware-Autoren nach eingehenden Analysen durch G Data in keinem Verhältnis zu möglichen Gewinnen. Die Vielzahl der Betriebssysteme, die schwierige Verbreitung von Schadcode und die fehlenden Cyber-Crime-Geschäftsmodelle machen Smartphones für Kriminelle unattraktiv.

Selbst bei den weit verbreiteten Symbian-Smartphones ist die massenhafte Verbreitung von Viren technisch kaum zu bewerkstelligen, da sich Bluetooth für eine schnelle Verbreitung nicht eignet. MMS ist zwar als Virenträger denkbar, aber der Installationsprozess erfordert entsprechende Nutzeraktionen. Viele Smartphone-User sind misstrauisch genug, nicht auf die von E-Mails bekannten Tricks hereinzufallen. Käufer des iPhones brauchen sich um MMS als Einfallstor keine Sorgen zu machen; es fehlt schlichtweg die entsprechende MMS-Funktion.

Eine theoretische Gefahr für iPhone-Besitzer besteht durch Drive-by-Infektionen durch infizierte Websites oder beim Surfen im ungesicherten WLAN. Dennoch: Eine große iPhone-Virenwelle wird auf absehbare Zeit ausbleiben. Der Grund ist die mangelnde Verbreitung. "Selbst wenn Apple seine Absatzziele erreicht und bis Ende 2008 weltweit 10 Millionen iPhones verkauft, liegt deren Marktanteil bei gerade einmal einem Prozent. Dies entspricht einem Verhältnis von Symbian-Geräten zu iPhone von 10:1", so Dr. Dirk Hochstrate, Vorstand G Data Software AG. "Das iPhone als eine begehrte Plattform für Malware-Autoren zu propagieren ist vor diesem Hintergrund sehr unwahrscheinlich."

Dass Smartphones für Hacker und Cyber-Kriminelle kein lohnendes Ziel darstellen, drückt sich auch in der Zahl der entwickelten Schädlinge aus. Wurden 2005 noch 145 neue Viren gezählt, waren es 2006 nur noch 73. In den vergangen zwölf Monaten sank deren Zahl um weitere 70 Prozent auf 23. Für die Entdeckung der gleichen Anzahl Windows-basierter Schädlinge vergehen nur 2,5 Stunden.

Nach Einschätzung von Hochstrate verunsichern einige Security-Hersteller Smartphone-Besitzer bewusst, um die Verbreitung ihrer Mobile-Security-Lösungen voranzutreiben. Laut G Data muss die Notwendigkeit von speziellen Anti-Viren-Lösungen für Symbian, iPhone und anderen Endgeräte zum jetzigen Zeitpunkt jedoch in Frage gestellt werden.

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