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Handy-Verbote für Kinder und Jugendliche nicht ausreichend

10.09.2006 | 14:36 Uhr |

Die Verbote von Mobiltelefonen für Kinder und Jugendliche greifen zu kurz. Gespräche zwischen Eltern und Kind seien besser als jedes Gesetz.

Die Zahl der Handybesitzer unter Jugendlichen, aber auch die von Kindern im Grundschulalter, ist in den letzten Jahren deutlichen gestiegen. In der jüngsten Vergangenheit wurde der Nachwuchs immer häufiger mit Gewaltvideos auf dem eigenen Mobiltelefon erwischt. Die daraus entstandene Debatte in Medien und Gesellschaft thematisierte jedoch auch die Frage, ob Handys überhaupt in Kinderhände gehören.

Die hitzigen Diskussionen verunsichern viele Eltern, die nicht mehr wissen, ob sie ihrem Kind ein eigenes Mobiltelefon erlauben sollten und wie sie die Gefährdung durch derartige Videos ausschließen können. Martin Müller vom Onlinemagazin teltarif.de rät: „Für Kinder ab 10 Jahren kann ein Handy durchaus sinnvoll sein, vor allem wenn sie alleine längere Wege zurücklegen müssen. Die Eltern können dann bei Verspätungen oder Notfällen schnell benachrichtigt werden." Für alle Handyeinsteiger empfiehlt sich ein einfaches Gerät in Kombination mit einer Prepaidkarte. Weiterhin sollte schon beim Kauf über die Notwendigkeit einer Kamera oder Bluetooth-Schnittstelle nachgedacht werden.

Auch deutsche Schulen beschäftigen sich mit der Gewaltthematik auf den Handys ihrer Schüler. Ein generelles Handy-Nutzungsverbot wurde jedoch bisher nur an bayrischen Schulen ausgesprochen. Hier muss das Telefon während des Schulbesuchs ausgeschaltet werden und darf nur in Notfällen aushelfen. Die Möglichkeit einer solchen Verordnung besteht für jede Schule, auch ohne eine landesweite Regelung. „Allein durch Handyverbote an Schulen wird das Problem mit Gewaltvideos aber nicht behoben, sondern nur vor die Schultore verlagert", kritisiert Martin Müller. Den Eltern rät er daher: „Eltern sollten sich mit den technischen Möglichkeiten moderner Handys auseinandersetzen und danach mit ihren Kindern positive Seiten, aber auch die Gefahren eines Handys in Kinderhand diskutieren. Im Anschluss sollten gemeinsam klare Regeln zur Handynutzung vereinbart werden." Nur ein vertrauensvolles Gespräch zwischen Eltern und Kind könne etwas bewirken, und zwar deutlich mehr als jegliches Verbot.

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