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Handy-Verbot für Autofahrerin, die einen Menschen überfuhr

09.06.2015 | 13:05 Uhr |

Ein US-Richter hat eine Autofahrerin, die durch ihr Handy abgelenkt war und deshalb eine Radfahrerin tot fuhr, unter anderem zu zwei Jahren Handy-Verbot verurteilt.

Mitzi Nelson hat im Herbst 2014 mit ihrem Auto eine Frau überfahren, die auf dem Fahrrad unterwegs war. Die Polizei stellt bei der Untersuchung des Unfalls fest, dass Nelson durch ihr Handy abgelenkt war. Das Todesopfer war eine zweifache Mutter. Die Radfahrerin trug während des Unfalls eine reflektierende Warnweste und einen Fahrradhelm. Zudem fuhr sie korrekt am rechten Fahrbandrand.

Vor wenigen Tagen hat nun ein US-Richter am Clinton County District Court das Urteil gegen Nelson verhängt. Nelson wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Davon muss sie mindestens für 90 Tage tatsächlich hinter Gitter (abhängig davon, wie sie sich führt, muss sie sogar bis zu sechs Monate hinter Gitter). Zudem muss sie 20 Stunden an einem Fahrererziehungstrainung teilnehmen, in dem es um die Gefahren geht, die durch Ablenkung im Straßenverkehr entstehen. Nelson muss zudem 150 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Außerdem muss Nelson mehr als 15.600 Dollar Wiedergutmachung und 1500 Dollar Strafe bezahlen. Und natürlich die Kosten des Verfahrens tragen. Ihr Führerschein wurde bereits im Mai für ein Jahr eingezogen.

Bemerkenswert ist aber eine weitere Strafe, zu der sie Richter Stewart McDonald verurteilte, wie die Detroit Free Press berichtet. Nelson darf nämlich zwei Jahre lang – also während ihrer Bewährungszeit - kein Handy, Smartphone oder ein anderes tragbares Kommunikationsgerät benutzen. Der Ehemann der Getöteten hatte den Vorschlag für das Handyverbot gemacht. Der Ehemann hatte im Gerichtssaal Nelson umarmt und ihr verziehen.

Stewart McDonald hofft, dass sein Urteil andere Verkehrsteilnehmer davon abhält hinter dem Lenkrad ein Handy zu benutzen.
„Ich denke nicht, dass sie ein Recht darauf hat ein Handy zu besitzen“, sagte McDonald. „Sondern ich denke, dass das ein Privileg ist“.

Die 23 Jahre alte Nelson will das Urteil wohl annehmen, wie ihr Rechtsanwalt mitgeteilt hat. Während des Verfahrens zeigte sie sich reumütig. Was die Handy-Nutzung im Straßenverkehr bewirken kann, zeigt auch ein kürzlich veröffentlichtes Schock-Video eindringlich.

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