92230

Nokia kauft Qt-/Qtopia-Entwickler Trolltech

28.01.2008 | 12:08 Uhr |

Vor zwei Wochen gab Sun bekannt, dass es den schwedischen Datenbankspezialisten MySQL AB übernehmen will. Jetzt macht ein neuer Deal zwischen zwei prominenten IT-Unternehmen die Runde: Der finnische Handy-Spezialist Nokia schluckt die norwegische Entwicklerfirma Trolltech, deren bekanntestes Produkt die Klassenbibliothek QT sein dürfte.

Nokia produzierte zuletzt widersprüchliche Schlagzeilen. Das finnische Unternehmen meldete einerseits massive Gewinnsteigerungen, schließt aber trotzdem seinen Produktionsstandort in Bochum, weil die Finnen dort angeblich nicht rentabel genug produzieren könnten. Jetzt gab Nokia bekannt, dass es das norwegische Unternehmen Trolltech kaufen will. Trolltech ist eine Entwicklerschmiede, seine wichtigsten Produkte sind Qt und Qtopia.

Für die Masse der PC-Anwender dürfte die Klassenbibliothek Qt das bekanntere dieser beiden Trolltech-Produkte sein. Denn auf Qt basiert unter anderem KDE , die weit verbreitete grafische Linux-Oberfläche. Nokia dürfte aber eher an Qtopia interessiert sein. Qtopia ist nämlich eine Entwicklungs-Framework für Linux-basierte PDAs und für Mobiltelefone, womit wir bei Nokias ureigenstem Kernbereich sind.

153 Millionen US-Dollar will Nokia für Trolltech hinblättern. Der Deal soll im zweiten Quartal 2008 über die Bühne gegangen sein. Dazu ist die Zustimmung von mindestens 90 Prozent der Anteile-Inhaber von Trolltech erforderlich. 66 Prozent hätten Nokia zufolge bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Die Übernahme des Entwicklerteams von Trolltech soll Nokias eigener Software-Entwicklungsabteilung einen deutlichen Schub geben. Ganz konkret will Nokia Trolltechs Erfahrung nutzen um zunächst die Oberflächen seine S40- und S60-Handysoftware zu verbessern.

Nokia will das Trolltech-Entwickler-Team in seine Research- und Development-Group integrieren, die auch die weitere Zusammenarbeit mit den KDE-Entwicklern führen soll. Die durch den Kauf von Trolltech entstehende Nähe zum KDE-Projekt soll bei Nokia aber nicht zu einer Kursänderung bei seiner Software-Plattform für die Linux-basierten Geräte N800 und N810 führen. Diese sollen wie bisher auf der Gnome-Plattform basieren, wie Kai Öistämö, Nokias Executive Vice Präsident für die Gerätesparte mitteilte. Nokia will aber Qt in seinen S40- und S60-Modellen nutzen.

Am 16. Januar war eine für die IT-Branche ähnlich spannende Übernahmen bekannt geworden: Sun teilte mit, dass es MySQL AB kaufen will .

0 Kommentare zu diesem Artikel
92230