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Handy-Schädling gibt sich als Antivirus-Programm aus

13.06.2005 | 14:19 Uhr |

Ein Trojanisches Pferd, das auf Symbian-Handys lauffähig ist, tarnt sich als Virenscanner von F-Secure.

Der Antivirus-Hersteller F-Secure meldet die Entdeckung einer neuen Variante des
Trojanischen Pferds "Skulls". Die neue Variante "Skulls.L" unterscheidet sich technisch nur wenig von Skulls.C, gibt sich jedoch als kopierte Version von F-Secure Mobile Anti-Virus aus. Im Gegensatz zur Original-Software sind die Installationspakete des Schädlings nicht von Symbian signiert. Daher gibt es bei der Installation des Trojanischen Pferds eine Sicherheitswarnung.

Skulls.L ersetzt Systemanwendungen durch funktionslose Dateien und schleust die Trojanischen Pferde "Cabir.F" und "Cabir.G" ein. Ferner werden installierte Dateimanager von Drittanbietern deaktiviert, mit denen man den Schädling entfernen könnte. Außerdem versucht Skulls die Antivirus-Software von F-Secure zu deaktivieren, indem es deren Programmdateien zu überschreiben versucht.

Skulls.L ersetzt die Symbole von Systemanwendungen durch ein Totenkopfsymbol. Man kann mit einem infizierten Mobiltelefon noch telefonieren, mehr jedoch nicht. Alle anderen Funktionen, die auf Systemanwendungen angewiesen sind, inklusive SMS-Versand, sind nicht mehr verfügbar.

Die vorgeblichen Antivirus-Kopien können als Download im Internet oder in P2P-Netzen angeboten werden. Skulls.L breitet sich nicht selbsttätig auf andere Geräte aus.

Gefährdet sind Mobiltelefone mit dem Betriebssystem Symbian OS Serie 60. Dazu gehören etliche Nokia-Modelle, aber auch Geräte diverser anderer Hersteller. F-Secure bietet für Betroffene eine Anleitung zur Entfernung der Schädlinge an, die allerdings den Einsatz einer Speicherkarte erfordert, auf die man das kostenlos angebotene Desinfektionsprogramm kopieren muss, bevor man sie in das Handy einsetzt.

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