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Handy-Prototyp mit Brennstoffzelle vorgestellt

Der japanische Mobilfunk-Provider NTT DoCoMo hat das nach eigenen Angaben erste Handy mit Brennstoffzellen-Antrieb vorgestellt. Ab Ende 2005 soll das Gerät von Fujitsu das 3G-Angebot von NTT DoCoMo pushen.

Der japanische Mobilfunk-Provider NTT DoCoMo stellte Ende letzter Woche das nach eigenen Angaben erste Handy mit Brennstoffzellen-Antrieb vor. Das aufklappbare Gerät wird von Fujitsu produziert und soll ab Ende 2005 das 3G-Angebot "Foma" pushen. Dieser W-CDMA-basierte Dienst ist bereits seit 2001 im Angebot.

Die abnehmbare Brennstoffzelle befindet sich am Rückteil des Handys. Sie soll den besonders hohen Energiebedarf bei Multimediaanwendungen decken. Laut NTT DoCoMo halten herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus bei Videopräsentationen am Handy gerade einmal zwei Stunden. Der neue Brennstoffzellen-Antrieb soll - dank einer Mixtur aus Wasserstoff und Methanol - mindestens doppelt so langen Multimediaspaß ermöglichen.

Der benötigten Wasserstoff-Ionen werden laut NTT DoCoMo durch eine elektrisch geladene Schicht in der Brennstoffzelle aus der Umgebungsluft gewonnen. Den nötigen Alkohol liefert ein austauschbarer Methanol-Tank.

Brennstoffzellen gelten unter Experten als saubere Energielieferanten und als System der Zukunft. Im Gegensatz zu den gegenwärtigen Lithium-Batterien, die immer wieder aufgeladen und im Sondermüll entsorgt werden müssen, gilt es bei einem Brennstoffzellen-System einfach nur die Methanol-Patrone auszutauschen. Unklar blieb bei der Protypen-Präsentation von NTT DoCoMo allerdings, wer die Alkohol-Behältnisse herstellen beziehungsweise befüllen soll.

Analysten prognostizieren dem Markt für Brennstoffzellen aufgrund ihrer Leistung und Umweltverträglichkeit glänzende Aussichten. Sie sollen nicht nur in Handys, sondern auch in anderen mobilen Endgeräten flächendeckend zum Einsatz kommen, zum Beispiel in Notebooks und Pocket-PCs. Gartner glaubt beispielsweise, dass Brennstoffzellen in rund zehn Jahren so verbreitet sein werden, wie es herkömmliche Akkus heute sind.

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