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Handy Payment: Künast greift Mobilfunkanbieter an

06.09.2005 | 14:58 Uhr |

Verbraucherschutzministerin Renate Künast fordert: Mobilfunkbetreiber sollen aus Handy Payment aussteigen.

Als neue Bezahlmethode im Internet hat das so genannte Handy Payment die Dialer weitgehend abgelöst. Nachdem auch zahlreiche unseriöse Geschäftemacher diesen Weg nutzen, hat nun Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast von den Grünen die Mobilfunkbetreiber aufgefordert, sich nicht zum Erfüllungsgehilfen der Abzocker machen zu lassen.

Gegenüber dem ARD-Magazin "Plusminus" meinte Künast, wer im Internet Geschäfte machen wolle, sei dringend gehalten, Regelungen einzuführen und sich auch daran zu halten. Die Mobilfunkunternehmen dürften sich an dieser Stelle nicht zum Inkassounternehmen machen. Sie sollten aus diesen Systemen komplett aussteigen, fordert die Verbraucherschutzministerin.

Auf vielen Web-Seiten, die sich auch und vor allem an Kinder und Jugendliche richten, hat das Bezahlen per Handy-Rechnung die durch strengere Regelungen eingebremsten Dialer ersetzt. Nutzer geben ihre Handy-Nummer an und erhalten eine PIN als Zugangs-Code. Damit schließen sie oft ein Abonnement ab, das bis zu zehn Euro täglich kosten kann. Auf diese Kosten wird zwar hingewiesen, man muss jedoch schon genau hinsehen. Deshalb sind die Rechnungen oft nicht und nur schwer anfechtbar, da die Forderungen formal zu Recht bestehen.

In der heutigen, beim Hessischen Rundfunk produzierten "Plusminus"-Sendung (ARD, 22:15 Uhr) soll über die zahlreichen Fälle von Geschädigten berichtet werden. Die Mobilfunkunternehmen verweisen auf die Inhalteanbieter und wollen nicht reagieren. Lediglich T-Mobile will in dieser Sache aktiv werden, so eine Unternehmenssprecherin gegenüber "Plusminus".

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