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Mobile-Payment boomt in Entwicklungsländern

17.05.2009 | 13:49 Uhr |

Während Anbieter von mobilen Zahlungssystemen in Industrienationen derzeit nach wie vor eine untergeordnete Rolle spielen, stehen ihnen in Emerging Markets wie Afrika dagegen rosige Zeiten bevor.

"Das globale Wachstum des Transaktionsvolumens via M-Payment wird in den kommenden Jahren jährlich um 68 Prozent ansteigen und bis 2012 ein Gesamtvolumen von annähernd 250 Mrd. Dollar erreichen", unterstreicht Karim Taga, Managing Director der Unternehmensberatung Arthur D. Little , im pressetext-Gespräch. Laut dem Fachmann wird das M-Payment hierzulande nicht die herkömmlichen Zahlungssysteme ersetzen, sich jedoch in Entwicklungsländern zunehmend als "Ersatzwährung" etablieren. Diese Einschätzung bestätigt sich mit Blick auf die Ergebnisse der Arthur-D.-Little-Erhebung "M-Payments surging ahead". Die Branchenkenner kommen dabei zu dem Schluss, dass das Wachstum der M-Payment-Märkte in den nächsten Jahren entscheidend von der Verbreitung des mobilen Breitbands abhängt und die kontinuierliche Verbesserung von Mobiltelefonen zu einer Bevorzugung von immer mehr mobilen Dienstleistungen führen wird. Der Wachstumstrend wird zudem von dem steigenden Anteil jüngerer Handy-Anwender begünstigt. Dass die Entwicklungen sowohl in Developed als auch in Emerging Markets unterschiedlich verlaufen, führt Taga vor allem auf strukturelle Faktoren wie die Ausdifferenzierung des länderspezifischen Finanzsystems zurück.

"Gerade in wirtschaftlich hochentwickelten Nationen wie Österreich oder Deutschland wird das M-Payment zwar kaum etablierte Zahlsysteme ersetzen. Der Margendruck auf die bereits seit langem erfolgreich bestehenden Zahlungssysteme wird sich aber erhöhen", sagt Taga auf Nachfrage von pressetext. Dem Insider nach wird es M-Payment-Anbietern hierzulande auch zukünftig Probleme bereiten, Retailer wie beispielsweise Straßenbahn- oder Taxiunternehmen von ihrem Konzept zu überzeugen und somit die Anpassung voranzubringen und Marktanteile zu vergrößern. Die grenzübergreifende Interoperabilität und Standardisierung bilden dabei die derzeitigen Hauptdiskussionspunkte unter den Marktteilnehmern. Mit dem Thema setzen sich in der Schweiz bereits Arbeitsgruppen von Orange, Sunrise und Swisscom auseinander. Ziel ist es, das Handy als Zahlungsmittel und elektronisches Ticket noch populärer zu machen.

Anhand dieser Problemlagen geht Arthur D. Little davon aus, dass sich M-Payment vor allem in den Entwicklungsländern schneller etablieren wird. In diesen Regionen wird erwartet, dass M-Payment bis 2012 bereits 65 Prozent des Transaktionsvolumens ausmachen wird. Für eine schnelle Marktpenetration werden sowohl die Nutzung existierender Kundenbeziehungen als auch grenzüberschreitende Partnerschaften ausschlaggebend sein, ist Taga überzeugt. In den Entwicklungsländern erwartet der Insider, dass sich M-Payment zum ersten, geografisch weit verbreiteten bargeldlosen Transaktionssystem etablieren wird. Ausschlaggebend für Emerging Markets ist dabei nicht die Höhe der transferierten Beträge, als vielmehr deren durchgeführte Häufigkeit. Darauf und vor allem auf direkte Geldüberweisungen (Remittances) sollten sich die Mobilfunkanbieter konzentrieren, so die abschließende Empfehlung von Arthur D. Little. (pte)

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