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Handy-Betrug: Überhöhter Börsenwert

19.06.2000 | 14:54 Uhr |

Eine halbe Milliarde Mark entgeht den Telefongesellschaften dieses Jahr durch Betrug und Schieberei mit Pre-Paid Handys. 10 bis 15 Prozent aller Pre-Paid-Pakete gehen nach Schätzung der Netzbetreiber verloren. Insider schätzen den Verlust sogar auf 30 Prozent.

Eine halbe Milliarde Mark entgeht den Telefongesellschaften dieses Jahr durch Betrug und Schieberei mit Pre-Paid Handys. Wie das Nachrichtenmagazin Focus in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, liegt der Prozentsatz der missbrauchten Pakete bei 10 bis 15 Prozent. Insider schätzen den Verlust sogar auf 30 Prozent.

Die Pre-Paid-Pakete, die typischerweise 99 Mark kosten, enthalten ein Handy im Wert von 200 bis 300 Mark, das nur mit einer beigefügten Telefonkarte zu verwenden ist. Für gewöhnlich ist diese Karte mit einem Startguthaben aufgeladen.

Durch Manipulation des Handys können Betrüger dessen Bindung an die Pre-Paid-Karte lösen und es für einen wesentlichen höheren Preis weiter verkaufen. Die Pre-Paid-Karte, die auch mit anderen Handys genutzt werden kann, ist dadurch eine zusätzliche Einnahmequelle.

Diese Machenschaften schaden den Telefongesellschaften, noch mehr allerdings ihren Aktionären. Denn jedes verkaufte Pre-Paid-Paket wird als Neukunde des Unternehmens gezählt und steigert seinen Wert an der Börse. 7,2 der 9 Millionen Neukunden in diesem Jahr ist auf die Pakete zurückzuführen. Erst gegen Ende des Jahres müsste die Telekom-Tochter T-Mobil die Zahlen bereinigen und eine Million Kunden aus ihrer Kundenkartei streichen, wodurch ihr Wert an der Börse um geschätzte 10 Milliarden Mark sinken würde. (PC-WELT, 19.06.2000, dpa/ meh)

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