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Hamburger Feuerwehr funkt sensible Personendaten unverschlüsselt

26.09.2016 | 15:04 Uhr |

Die Hamburger Feuerwehr sendet bei Rettungseinsätzen vertrauliche Personendaten unverschlüsselt an die Einsatzkräfte. Ein Hacker stellte 280.000 Datensätze online.

Das NDR-Verbrauchermagazin „Markt“ berichtet, dass die Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg Personendaten unverschlüsselt an die digitalen Meldeempfänger der Rettungskräfte übermittelt. Zum Beispiel könnte also eine Meldung wie „Weibliche Person, 66 Jahre, Verdacht auf Herzinfarkt“ zusammen mit der Adresse der erkrankten Person unverschlüsselt an die Rettungskräfte gehen. Die dabei übermittelten Gesundheitsdaten gelten als besonders sensibel und sind deshalb von den Landesdatenschutzgesetzen geschützt.

Diese Daten lassen sich dem NDR-Bericht zufolge leicht abfangen und auslesen. Dafür benötigt man einen handelsüblichen Funkscanner, einen Computer und eine im Internet kostenfrei und legal erhältliche Decodiersoftware.

Ein Hacker hat das offensichtlich auch gemacht und rund 280.000 Hamburger Einsatzmeldungen monatelang zum Mitlesen ins Internet gestellt. Eine dazu passende Suchfunktion lieferte der Hacker gleich mit. Damit konnten interessierte Personen nach Namen, Straßen oder Verdachts-Diagnosen recherchieren. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile gegen den Hacker. An dem grundsätzlichen Problem hat sich aber offensichtlich nichts geändert, nach wie vor funkt die Hamburger Rettungsleitstelle ihre Daten unverschlüsselt an Notarzt und Rettungswagen.

Der Hamburger Beauftragte für Datenschutz, Johannes Caspar kritisiert das und fordert die Verschlüsselung der Daten während der Übertragung. Dafür wären verschlüsselungsfähige Meldeempfänger nötig.

Die NRD-Reporter konfrontierten die Hamburger Feuerwehr mit den Vorwürfen. Die Feuerwehr vermied in ihrer Antwort jedoch alle konkreten Antworten beziehungsweise antwortete nur mit nichtssagenden Floskeln, die Sie hier ganz unten nachlesen können.

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